"Ausblick auf Test- und Impfstrategie im Herbst"

©Hartinger/neue, canva
Ab November werden auch in Vorarlberg PCR-Gurgeltests für zuhause verfügbar sein. Das teilte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit.

Die Tests können dann nach einmaliger Online-Registrierung in allen Apotheken des Landes kostenlos abgeholt und dort auch wieder abgegeben werden, nach spätestens 24 Stunden soll das Ergebnis vorliegen. Auch das Impfangebot wird ausgeweitet, zwei große Impfstraßen gehen wieder in Betrieb.

Aus für Antigen-Wohnzimmertests

Dass das Land seine Teststrategie umstellt, hat mehrere Gründe. Das Angebot der Gratis-Wohnzimmer-Antigentests läuft mit Ende Oktober aus. Allerdings werden die Gratis-Wohnzimmer-Tests auch nach Ende Oktober noch ausgegeben - so lange der Vorrat eben reicht. So lange sind diese auch anerkannt.

Die Wohnzimmertests verlieren aber ihre Gültigkeit, sobald österreichweit mit 300 Betten eine Auslastung von 15 Prozent der für Covid-Patienten zur Verfügung stehenden Intensivbetten erreicht ist. PCR-Tests liefern zudem sicherere Ergebnisse als Antigen-Tests. "Es ist aber sinnvoll, wegen der höheren Sensitivität und Treffsicherheit verstärkt auf PCR-Tests zu setzen. Mit dem sehr einfach anwendbaren Gurgel- oder Spültest können wir in Zusammenarbeit mit den Apotheken im Land unser Testangebot weiter verbessern", so Rüscher.

So funktioniert's

Die Registrierung für die Gurgeltests ist ab Ende Oktober auf https://vorarlberg.at/vorarlberggurgelt möglich. Wer sich dort angemeldet hat, kann monatlich bis zu zwölf Testkits in einer beliebigen Apotheke im Land abholen. Zuhause wird dann mit der beiliegenden Kochsalzlösung eine Minute vor laufender Kamera gegurgelt, im Anschluss wird die Probe wieder in der Apotheke abgegeben. Das Ergebnis soll, so der Plan, nach spätestens 24 Stunden per SMS auf das Handy kommen. Positive Ergebnisse werden automatisch auch ins Meldesystem des Landes übernommen.

Impfangebot wird hochgefahren

Zusätzlich zum neuen Testangebot werden die Impfmöglichkeiten hochgefahren. Ab November sind die Impfstraßen Bregenz und Nenzing wieder geöffnet, an je einem langen Impfwochenende pro Monat und ab Mitte November unter der Woche täglich. Das Impfangebot bei den niedergelassenen Ärzten besteht weiter, auch die Impfmöglichkeiten in Einkaufszentren möchte das Land möglichst bis Weihnachten aufrechterhalten. Durch Kooperationen mit Schulen, Vorarlberg Tourismus und der Integrations-Projektstelle "okay.zusammen leben" sollen verstärkt Schüler, Saisonniers und Menschen mit Migrationshintergrund erreicht werden.

Impfquote "beschämend"

Robert Spiegel, Impfkoordinator der Ärztekammer, bezeichnete es als "unverständlich und beschämend", dass Vorarlberg, "wo man sonst so solidarisch ist und Wert darauf legt, etwas Besonderes zu sein", bisher nicht über eine Impfquote von gut 60 Prozent hinausgekommen sei. Gerade die junge Bevölkerung von 15 bis 35 "bequemt sich offenbar nicht zum Impfen", wählte Spiegel deutliche Worte - seiner Ansicht nach ist in dieser Gruppe sehr oft nicht Impfskepsis, sondern "ein gewisses Laissez-faire" der Grund. "Verdammt, geht wirklich impfen, jetzt!", appellierte er, noch vor der besonders ansteckungskritischen Zeit um Weihnachten einen Impfschutz aufzubauen.

Rüscher erinnerte all jene, die mit dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson immunisiert wurden, sich 28 Tage nach der Erstimpfung beziehungsweise, wenn die Erstimmunisierung schon länger zurückliege, möglichst bald ein zweites Mal impfen zu lassen. Der Impfschutz dieses Präparates bleibt nicht wie erhofft nach bereits einer Dosis aufrecht.

(APA)

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