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"Auf Straßen immer wieder Spuren von Driftmanövern"

Auch in Vorarlberg gibt es eine Drift-Szene, die bei winterlichen Straßenverhältnissen gerne die Straßen unsicher macht. Doch was ist illegal und mit welchen Strafen ist zu rechnen? Peter Rüscher von der Landesverkehrsabteilung der Polizei klärt auf.

Generell versucht der Fahrer bei einem "Drift" sein Fahrzeug zum Übersteuern zu bringen, während er die Kontrolle und ein hohes Fahrtempo beibehält. Bei vielen Laien sieht es allerdings eher nach "unkontrolliertem Heckausbrechen" aus. Und genau das scheint viele Auto-Fanatiker zu begeistern.

Bis zu 5.000 Euro Strafe

Laut § 102 Abs 4 KFG (Kraftfahrgesetz) normiert in Bezug auf das Lenken von Fahrzeugen ganz grundsätzlich: „(4) Der Lenker darf mit dem von ihm gelenkten Kraftfahrzeug und einem mit diesem gezogenen Anhänger nicht ungebührlichen Lärm, ferner nicht mehr Rauch, üblen Geruch oder schädliche Luftverunreinigungen verursachen, als bei ordnungsgemäßem Zustand und sachgemäßem Betrieb des Fahrzeuges unvermeidbar ist.“

Peter Rüscher von der Landesverkehrsabteilung erklärt: "Das sogenannte 'Driften' auf öffentlichen Straßen steht natürlich im Widerspruch zu diesen Ausführungen, weshalb von der Polizei bei derartigen Feststellungen Anzeige erstattet wird." Der Strafrahmen beträgt gemäß § 134 Abs 1 KFG bis zu 5.000 Euro.

"Für Anzeige muss Lenker bekannt sein und Beweise vorliegen"

Bei der Landesverkehrsabteilung Vorarlberg seien jedoch nicht wirklich viele Fälle bekannt, bei denen im Zusammenhang mit "Driften" eingeschritten werden musste. "Wenn jedoch im Zuge der Verkehrsüberwachung – in Zivil oder mit Blaulichtfahrzeug – derartige Manöver festgestellt werden, dann wird entsprechend eingeschritten, da hier keinesfalls mehr von einem ordnungsgemäßen, rücksichtsvollem und der Verkehrssicherheit gerecht werdendem Lenken gesprochen werden kann", so Rüscher.

Wiederholte Feststellungen und Anzeigen in diesem Zusammenhang erfolgten laut Polizei im Zusammenhang mit Hochzeitskonvois, auch hier werde konsequent Anzeige erstattet. "Es sind auf den Straßen immer wieder Spuren von Driftmanövern feststellbar, für eine Anzeige muss der verantwortliche Lenker aber bekannt sein und eine entsprechende Beweislage vorliegen", sagt Peter Rüscher zu VOL.AT.

handout/privat

Laut der Landesverkehrsabteilung Vorarlberg seien nicht viele Fälle bekannt. VOL.AT liegen allerdings Beweise vor, dass es in Vorarlberg doch eine "Szene" geben muss. Wie auf den Screenshots zu sehen ist, verabreden sich die Lenker und klären einander über Kontrollen der Polizei auf.

handout/privat

Statements aus der Drift-Szene

Bernd* (30): "Ich gehe driften, um dem Alltagstrott zu entkommen. Wenn ich im Schnee unterwegs bin muss ich konzentriert bleiben. In dieser Zeit wird Mensch und Maschine eins und du fühlst, was das Auto braucht um auszubrechen bzw. in der Spur zu halten. Wie überall gibt es aber natürlich auch Leute, welche die Grenzen nicht kennen, wie etwa kürzlich auf dem Sportplatz im Hatlerdorf. Das hat nichts mit driften zu tun, das ist einfach mutwillige Zerstörung."

Fiona* (24): "Ich mag das Gefühl, beim Autofahren allein zu sein. Wenn ich merke, dass das Heck ausbricht fühle ich mich befreit, weil ich weiß, dass ich es wieder unter Kontrolle bringen kann. Es hilft mir mein Auto kennenzulernen, etwa so wie bei einem Fahrsicherheitstraining."

Viktor* (20): "Natürlich spielt auch Gruppenzwang eine Rolle. Der Reiz etwas illegales zu tun, zusammen mit der Gefahr erwischt zu werden pusht das Adrenalin. Wenn bei meinem Winterauto dabei etwas kaputt geht ist mir das egal, dafür ist es da."

Linus* (18): "Am besten funktioniert das Driften mit Quattro-, 4 Motion- oder Allrad-Antrieb. Auf einem abgesperrten Parkplatz lernt man am besten wie das Auto sich im Schnee verhält. Wir gehen eigentlich immer im Dunkeln zum Driften, da der Pflug nicht mehr fährt und man leichter erkennen kann, ob andere Autos kommen."

Martin* (26): "Ich liebe driften, weil ich mein Auto richtig kennenlernen kann. Kommt es zu einer unkontrollierten Situation auf der Straße, weiß ich genau was ich zu tun habe. Da ich es zuvor gewollt gemacht habe, weiß ich, wie ich zu reagieren habe."

*Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

(VOL.AT)

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