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Auf historischen Spuren

Gargellen (VN) - Friedrich Juen engagiert sich mit Herzblut an Reaktivierung der „Via Valtellina“.

Er kennt die Geschichte seines Heimattales fast so gut wie die eigene Westentasche. Aber nach fast zehn Jahren, in denen sich Friedrich Juen bereits im Heimatschutzverein Montafon engagiert, verwundert das nicht. Liebkind des Gargelleners ist die „Via Valtellina“, respektive die Wiederherstellung derselben. Friedrich Juen packt mit Herzblut an, wenn es darum geht, den historischen Alpenübergang und das, was davon übrig blieb, der Nachwelt und den Freunden besonderer Wanderungen zu erhalten.

Touristischer Faktor

Denn die „Via Valtellina“, auf der über Jahrhunderte die Weinhändler, Viehbauern und Schmuggler zwischen dem Montafon und Engadin ihre Geschäfte abwickelten, ist auch ein touristischer Faktor. Impulsgeber war der damalige Geschäftsführer des Tourismusverbandes Montafon, Karl Perathoner. Heute bietet „BergAktiv“ jeden Sommer drei Wanderungen von Gargellen über das Schlappiner Joch nach Miralago an. Die erste startet im Juni. AufhistorischenSpuren zu wandeln hat unzweifelhaft seinen Reiz. Wir stehen am Eingang zum Vergaldental.

Vor uns das „Gättrhüsli“, ein gepflegtes Ensemble von Holzgebäuden aus längst vergangenen Säumertagen, und ein Hohlweg, der auch davon zeugt. Etwas weiter unten das Elternhaus von Friedrich Juen und bis 1866 das Säumergasthaus „Zum Weißen Kreuz“. Es war die letzte Unterkunft, bevor es weiter in Richtung Schlappiner Joch ging. Ebenfalls ein Relikt aus dieser Zeit ist die 290 Meter lange Steinmauer. Die Grenze zwischen Alpfläche und Wohngebiet. Damals wie heute. Und überall in dieser leicht hügeligen Landschaft macht Friedrich Juen mit Kennerblick auch noch Wegstücke aus, die zur „Via Valtellina“ gehörten.

Besondere Kleinode

Für ihn selbst beginnt die Geschichte dieser Straße beim Heimatmuseum in Schruns. „Weil wir unsere Naturschönheiten ruhig zeigen können“, wie der begeisterte Geschichtsforscher meint. Und davon gibt es schon auf der Strecke bis Gargellen einige. Den alten Frattetunnel beispielsweise oder das „Zuggawaldhus“, ein besonderes Kleinod, das stilgerecht renoviert wurde. Stolz ist Juen vor allem auf eine Steintreppe, hinter der weiland ein großes Stallgebäude stand. Das gibt es nicht mehr.

Aber die Treppe hat er vor dem Verfall gerettet. Dazu wurde selbst der Mörtel nach historischem Vorbild angerührt. Doch so, wie sie jetzt allein mitten auf der grünen Wiese steht, will es Friedrich Juen nicht belassen. Er würde gerne auch den Stall in seiner ursprünglichen Form wieder aufbauen. „Das wäre das nächste Vorhaben“, hofft er auf Umsetzung. Heuer läuft nämlich das vom Stand Montafon getragene Projekt „Via Valtellina“ aus, zumindest was seine Förderung durch die EU angeht. Deshalb gilt es, noch möglichst viel zu bewerkstelligen.

Stolz auf das eigene Schöne

Heute geht das leichter. Der Anfang war hingegen zäh. Denn die Anrainer entlang der alten Wegstücke zeigten sich von deren Reaktivierung wenig begeistert. Zu viele Neugierige, fürchteten sie, könnten die Ruhe stören. Mittlerweile ist die Angst dem Stolz auf das eigene Schöne gewichen. Solches freut Friedrich Juen am meisten. Dem gelernten Schreiner liegt jedoch nicht nur die Geschichte, sondern auch das alte Handwerk am Herzen.

Was an der „Via Valtellina“ gemacht wird, erfolgt zumeist in Form von Handwerkskursen oder Lehrlingsprojekten. Die Steinmauer beim „Zuggawaldhus“ etwa wurde unter seiner Aufsicht von Lehrlingen erstellt. Im Herbst soll zudem ein kleines Begleitheft zur „Via Valtellina“ erscheinen, das Sehenswertes entlang der Strecke auflistet. Und wie gesagt: Es gibt viel davon.

Zur Person: Friedrich Juen

  • Geboren: 29. Mai 1968 in Bludenz
  • Wohnort: Gargellen
  • Familienstand: verheiratet, 3 Töchter
  • Beruf: Bediensteter bei den Schafbergbahnen
  • Hobbys: „Üsere Landschaft“, Geschichtsforschung
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