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Auf Erkundungstour im Untergrund

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Bregenz - In Bregenz, Lauterach und Wolfurt geht man ab kommender Woche dem Wasser auf den Grund.

Wo liegt die dichte Schicht? Wie tief ist der Grundwasserkörper? Diesen und anderen Fragen wird ab kommendem Montag in Bregenz, Lauterach und Wolfurt auf den Grund gegangen. Zwei Wochen lang begeben sich Fachleute auf geologische Erkundungen im Untergrund – zwischen der Achschlucht und dem Bodensee.

Dadurch sollen die Erkenntnisse über die Grundwasserverhältnisse entlang der unteren Bregenzerach vertieft und die Wasserversorgung sichergestellt werden. „Für dieses Gebiet gibt es bislang nur Computermodelle, mit denen man verschiedenste Berechnungen anstellen kann. Durch die Messungen erhoffen wir uns mehr Informationen über die Tiefe des Grundwassergebiets und die Wassermengen“, erläutert Thomas Blank, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land Vorarlberg.

Mit den Kraftwerksplänen der illwerke vkw am Ende der Bregenzerachschlucht (Kennelbach/Wolfurt) hätten die Untersuchungen nichts zu tun – nicht direkt zumindest.

In einer Linie

Bislang geht man davon aus, dass in besagtem Gebiet – abhängig vom Niederschlag – pro Sekunde dauernd ein bis drei Kubikmeter Wasser versickern, die schließlich einen großen Grundwasserkörper bilden, der sich in einer Linie zwischen Achschlucht und Bodensee erstreckt. Aufgefüllt wird dieser mit dem Wasser, das von der Bregenzerach versickert, und solchem, das vom Berghang unterirdisch abfließt. Von der dichten Schicht gestoppt, fließt das flüssige „Gold“ schließlich kontinuierlich weiter in Richtung Bodensee. Das Grundwasser wird unter anderem zur Trinkwasserversorgung der bestehenden Brunnen in Bregenz, Lauterach und Wolfurt genutzt. „Auch für die Vegetation ist dieses Wasser wichtig“, führt Blank aus.

Schallwellen

Für die Erkundungen wird das Verfahren der Geoseismik angewandt – vergleichbar mit Ultraschalluntersuchungen in der Medizin. Mittels Fallgewicht wird an der Erdoberfläche ein Schlag erzeugt. Dadurch wird eine Schallwelle in den Untergrund geschickt, die von den unterschiedlichen geologischen Schichten unterschiedlich reflektiert wird. Mit Geophonen (Erschütterungsaufnehmern) werden die reflektierten Schallwellen aufgezeichnet und anschließend ausgewertet.

Der Messwagen bewegt sich von Punkt zu Punkt und legt pro Tag zwischen ein und 1,5 Kilometer zurück. Die Messpunkte befinden sich hauptsächlich entlang von Straßen im Gehsteigbereich, mit wenigen Ausnahmen auf privaten Grundstücken. „Bislang wurden die Brunnen auf 15 bis 20 Meter gebohrt. Läge die dichte Schicht in 30 oder 60 Meter Tiefe, könnten viel größere Mengen an Wasser genutzt werden“, verdeutlicht Blank.

Untersuchungen im Gange

Aber zurück zum Kraftwerk: Derzeit sind Untersuchungen im Gange, die primär klären sollen, welche Auswirkungen ein solches Projekt auf die Grundwasserverhältnisse hätte. Diese haben laut Blank aber nicht unmittelbar mit der Tiefe des Grundwassergebiets zu tun. „Die aktuellen Erkundungen wurden von uns unabhängig vom Kraftwerk konzipiert“, sagt er. Ungeachtet dessen könnten daraus dennoch zusätzliche Erkenntnisse für den Kraftwerksbau gewonnen werden.

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