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Auf der Suche nach einem neuen Image

Mit seinem plötzlichen Auftauchen aus dem Untergrund hat der Terroristenanführer Osama bin Laden nicht nur den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf beeinflusst. Auch in der arabischen Welt hat das neueste Videoband einigen Staub aufgewirbelt.

Denn Bin Ladens jüngste Botschaft erweckt den Eindruck, der bärtige Mann mit der sanften Stimme sei auf der Suche nach einem neuen Image: Weg von blutiger „Dschihad“-Rhetorik hin zu einer sachlicheren politischen Sprache.

Selbst das „Dekor“ seiner Selbstinszenierung ist diesmal anders als sonst. Während er sich früher gerne auf dem Boden sitzend und mit einer Waffe zeigte, so stellt er sich diesmal wie ein Politiker unbewaffnet hinter ein Rednerpult. Nur wenig ist noch übrig von seiner gewohnten flammenden islamischen Rhetorik. Auch die üblichen Sprüche zum „Kampf gegen die Ungläubigen“ fehlen diesmal. Stattdessen spricht er vom Streben der „islamischen Nation“ nach „Freiheit“ und „Sicherheit“.

„Diese Botschaft stellt eine radikale Änderung seines Stils dar“, meint der syrische Politikexperte Emad al-Shueibi. Auch die saudiarabische Zeitung „Arab News“ bemerkt in ihrer Ausgabe vom Sonntag: „Zum ersten Mal ist seine Sprache frei von Übertreibungen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, ohne kindische Poesie und blumige Rhetorik… Es fehlen religiöse Motive, es gibt keine Zitate aus dem Heiligen Buch (Koran) oder dem Hadith (Aussprüche des Propheten) und keine pseudo-theologischen Argumente.“

Clovis Maksud, Kommentator der libanesischen Zeitung „An-Nahar“ glaubt, dass Bin Laden nicht nur aus der Versenkung aufgetaucht ist, um den Amerikanern kurz vor der Wahl zu zeigen „Ich lebe noch“. Sein zweites Ziel sei es gewesen, dem arabischen Publikum zu zeigen, dass er selbst immer noch der wichtigste Gegner der Amerikaner sei und nicht die Terroristen und Aufständischen im Irak.

Der Kommentator meinte, die Araber müssten sich nach Bin Ladens Botschaft nun fragen, „ob es für sie wirklich keine andere Alternative gibt als die herrschenden arabischen Regime weiter zu erdulden oder sie durch Terrorismus zu ersetzen“.

Das von Bin Laden in seinem Video vorgebrachte Argument, er habe schon 1982 nach der amerikanischen Intervention zu Gunsten Israels in Libanon beschlossen, Rache an den USA zu nehmen, überzeugt viele arabische Beobachter nicht. „Weshalb hat er dann so lange gewartet?“ und „Warum hat er nichts gegen Israel unternommen?“, fragt Rafik Khuri von der libanesischen Tageszeitung „Al-Anwar“.

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