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Auf der Jagd nach Olympia-Gold

Renate Götschl und Michaela Dorfmeister sind in Salt Lake City die großen Hoffnungen im ÖSV-Damenteam auf alpine Olympia-Medaillen.

Beide haben mit Olympia noch eine Rechnung offen. Während Götschl (26) aber auch in vier Jahren in Turin (Sestriere) noch eine Chance hat, sind die Spiele in Salt Lake City für die bald 29-jährige Dorfmeister definitiv die letzten.

Zwei Mal war Götschl schon bei Olympia, Edelmetall blieb ihr bisher aber verwehrt. 1994 in Lillehammer stürzte sie als 18-Jährige in der Abfahrt, verletzte sich dabei und flog vorzeitig nach Hause. Vor vier Jahren in Nagano ging ebenfalls alles daneben. Out in Abfahrt und Kombination, Platz fünf im Super G. Auch Dorfmeister war 1994 schon im Aufgebot, kam aber nicht zum Zug. In Japan war sie hingegen die Sensation schlechthin. Aus dem Nichts heraus wurde sie Zweite im Super G, doch das eine Hundertstel, mit dem sie Picabo Street unterlegen war, schmerzt heute noch.

Vier Jahre später in Snowbasin ist die Niederösterreicherin eher Favoritin auf eine Medaille im Riesentorlauf als im Super G oder in der Abfahrt, wo sie ja Weltmeisterin ist. Chancen hat sie aber in allen drei Disziplinen. „Auch wenn ich weiß, dass es meine letzten Spiele sind. Ich kann trotzdem mit dem Druck leben. Großereignisse spornen mich eher an als dass ich verkrampfe“, versichert Dorfmeister.

Ihr Olympia-Plan: „Alles worüber ich nicht unbedingt nachdenken muss, schiebe ich beiseite.“ Und wenn der Gold-Traum tatsächlich wahr wird? „Fahre ich noch ein Jahr, ich möchte in St. Moritz meinen Abfahrtstitel verteidigen,“ versichert Dorfmeister.

Renate Götschls Olympia-Bilanz ist noch ohne Edelmetall. „Aber das habe ich mit fünf WM-Medaillen bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften ganz gut ausgeglichen. Natürlich wäre endlich eine Medaille bei Olympia super“, so die Steirerin, die wie Dorfmeister in Abfahrt, Super G und Kombination gleich drei gute Chancen auf olympisches Edelmetall hat. In Nagano hatte sie noch die Nerven weg geworfen, „aber ich bin vier Jahre älter, konstanter, habe viel mehr Erfahrung mit Großereignissen“, versichert Götschl.

Ob der „Speed Queen“ Gold in der Abfahrt wichtiger wäre als in einer anderen Disziplin, darüber will Götschl freilich nicht einmal nachdenken. „Wozu reden über etwas, was noch nicht ist. Natürlich ist ein Olympiasieg für ewig, aber persönlich zählt jede Medaille.“ Und gerade in der Abfahrt sind Prognosen oft wie eine Lotterie. „Nirgendwo sonst sind die Umstände wie Wetter, Material oder Tagesverfassung so wichtig wie in der Abfahrt. Es gibt keine Garantien.“

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