"Auf dem Rad bin ich frei"

Die Radsaision steht vor der Tür. Für den passionierten Radsportler Thomas Theuermann beginnt damit die schönste Zeit im Jahr.

Wenn Thomas Theuer­mann über das Radfahren spricht, ist es, als ob ein frisch Verliebter von seiner Herzensdame erzählt. Vornüber gebeugt, gestikulierend und mit glitzernden Augen lässt er seinen Emotionen freien Lauf. „Radfahren ist für mich das Gefühl absoluter Freiheit“, sagt der 34-jährige Koblacher. „Das ideale Kontrastprogramm zum Alltagsstress.“
Schon als Kind kurvte Theuermann auf seinem KTM-Bike durch Vorarlbergs Straßen. Während seiner Ausbildung zum Kunstschlosser fuhr er fast täglich auf dem Mountainbike zur Arbeit. Mit 25 fing er an, Hobbyradrennen zu fahren. Und brachte es auch ohne professionelle Ansprüche schon bald zu erstaunlichen Ergebnissen.

24 Stunden in die Pedale treten

Theuermanns große Leidenschaft sind Langstrecken­rennen. Was sich für andere wie knallharte Folter anhört, ist für ihn das absolute Jahres-Highlight: Zehn, zwölf oder 24 Stunden in die Pedale zu treten, natürlich ohne Pause, und dabei Tausende Höhenkilometer zurückzulegen. „Ich weiß, das klingt verrückt“, sagt der 34-Jährige. „Aber ob man es glaubt oder nicht: Es macht verdammt viel Spaß.“

Heuer will Theuermann am 24-Stunden-Rennen im Münchner Olympiagelände teilnehmen. Schon etliche Male war er mit am Start. Und übertraf seine eigenen Erwartungen bei Weitem. „Bei diesem Rennen treten etwa 100 Einzelfahrer an. Und auch Profis sind dabei. Zwei Mal schaffte ich es auf den siebten Platz“, berichtet der Kobl­acher. Von Doping hält er nichts. Ernährt sich vitaminreich, ohne Tricks und Chemie. Theuermann legt Wert auf seine Gesundheit. Balanciert Leistung und Wohlbefinden gegeneinander aus. Auch wenn er weiß: „Wer sich dem Doping zu hundert Prozent verweigert, wird es im Radsport kaum an die Spitze schaffen. Ausnahmen gibt es. Aber viele sind es nicht.“

„Mein Hobby ist mein Beruf“

Thomas Theurmann ist Radfahrer durch und durch. Schlank und trotzdem athletisch. Mit Waden, die aussehen wie ein durchtrainierter Bizeps. Ausgestattet mit dem zielstrebigen Blick eines Tour-de-France-Teilnehmers kurz vor der Zieleinfahrt. Trotzdem hatte seine berufliche Laufbahn mit Radsport zunächst nicht viel zu tun: Mit 22 Jahren legte er seine Meisterprüfung als Kunst- und Maschinenschlosser ab. Ließ sich später zum staatlich geprüften Vermögensberater ausbilden. Dann arbeitete er zehn Jahre in der Versicherungsbranche. Das Radfahren lief stets nebenher. „Irgendwann sagte mir ein Freund, dass eine Stelle in einem Radgeschäft frei ist“, erzählt Theuermann. Er bewarb sich. Und war kurze Zeit später Abteilungsleiter im Fahrradhandel des Sulzer Autohauses Malin. Heute berät er Kunden, plant den Kauf neuer Radmodelle, hilft manchmal in der Werkstatt aus. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der 34-Jährige. „Und über diese Entscheidung bin ich froh.“

Im Trend: Elektroräder

Nun, da die Radsportsaison beginnt, läuft Theurmanns Betrieb auf Hochtouren. „Wir werden derzeit mit Aufträgen überhäuft“, berichtet er. „Insbesondere im Elektroradsegment besteht eine sehr hohe Nachfrage.“ Aber auch Mountainbikes und Rennräder seien nach wie vor gefragt. „Vorarlberg ist ein absolut fahrradbegeistertes Bundesland“, meint Theuermann. „Kein Wunder bei den unzähligen Möglichkeiten, die unsere Berglandschaft bietet. „Sobald es richtig warm wird, stehe ich um fünf Uhr auf und fahre mit dem Rad zur Arbeit“, sagt er. „Das muss einfach sein.“ (VN/SGO)

ZUR PERSON
Thomas Theuermann
Leidenschaftlicher Radfahrer und Abteilungsleiter im Autohaus Malin
Geboren: 31.8.1976
Laufbahn: Meisterprüfung Kunstschlosser/Maschinenschlosser, Vermögensberater, Radhändler

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