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Auch Lauda hätte Klien genommen

Der dreifache Formel-1-Weltmeister und Airlinegründer Niki Lauda äußerte sich in einem APA-Interview  zur bevorstehenden Saison in der Königsklasse des Motorsports.

Herr Lauda, was trauen Sie Christian Klien in seiner Debütsaison im Jaguar zu?
Lauda: „Das hängt davon ab, wie gut das Auto ist und wie schnell er sich mit den Kursen vertraut macht. Erwarten darf man sich eigentlich überhaupt nichts, denn das ist sein Lehrjahr.”

Was sagen Sie zur Kritik von Alexander Wurz, dass Klien in erster Linie wegen seiner Red-Bull-Mitgift den Sprung ins Jaguar-Cockpit geschafft hat?
Lauda: „Dazu möchte ich nur eines sagen: Wenn ich noch bei Jaguar gewesen wäre, hätte ich auch Klien genommen.”

Wie konkurrenzfähig schätzen Sie auf Grund ihrer 15-monatigen Erfahrung als Jaguar-Teamchef das neue Arbeitsgerät von Klien ein? In der abgelaufenen Saison holte ja Mark Webber, den noch Sie verpflichtet haben, als WM-Zehnter 17 Punkte, in der Konstrukteurs-Wertung kam Jaguar aber mit 18 Zählern nicht über Rang sieben hinaus.
Lauda: „Schwer zu sagen. Wenn das neue Team so gut ist, wie es glaubt, müsste es gut sein. Es wird für mich interessant sein, das zu beobachten.”

Wer wird 2004 Weltmeister? Trauen Sie Michael Schumacher den fünften Titel in Serie zu?
Lauda: „Das ist derzeit unmöglich zu beurteilen. Alle Teams bauen neue Autos, erst nach den ersten drei Rennen wird man mehr wissen.”

Was halten Sie von der Reglement-Änderung, die vorsieht, dass ab 2004 nur ein Formel-1-Motor an einem Rennwochenende eingesetzt werden darf?
Lauda: „Das ist eine gute Neuerung. Das spart Kosten, und die Zuschauer merken nichts davon, dass die Motoren 800 statt 400 Kilometer halten müssen. Für die Mechaniker ist das eine große Herausforderung.”

Die kleinen Teams befürchten durch den neuen Qualifying-Modus – beide Quali-Runden innerhalb von 90 Minuten – eine Benachteiligung, da ihnen zu wenig Zeit bleibt, um sich auf die zweite Runde, die für die Startaufstellung zählt, vorzubereiten. Glauben Sie, dass diese Gefahr berechtigt ist?
Lauda: „Ein Nachteil für die kleinen Teams ist das meiner Meinung nach nicht. Aber von der neuen Regelung halte ich nichts, weil sich für die Zuschauer nichts verbessert hat und der Freitag abgewertet wurde.”

Zum Abschluss eine persönliche Frage: Wann werden wir Ihren Sohn Mathias Lauda in der Formel 1 sehen?
Lauda: „Er ist noch viel zu jung, um überhaupt daran zu denken. Er fährt ja erst seine zweite Saison und muss sich weiter hochkämpfen.”

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