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Auch Houthi-Rebellen stimmten Jemen-Friedensgesprächen zu

Spuren des Krieges in Sanaa
Spuren des Krieges in Sanaa
Jemens Exil-Regierung und die gegen sie kämpfenden Houthi-Rebellen haben sich nun doch zur Teilnahme an den in Genf geplanten Friedensgesprächen bereit erklärt.

Das teilten der Informationsminister der ins Exil geflohenen Regierung, Essedine al-Isbahi, sowie Daifallah al-Shami vom Politbüro der Houthi-Rebellen am Freitag mit. Die Gespräche sollen am 14. Juni in Genf stattfinden.

Umsetzung der UNO-Resolution 2216

Der UNO-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed hatte den UNO-Sicherheitsrat bereits am Mittwoch darüber informiert, dass die Regierung an den Gesprächen teilnehmen wolle. Informationsminister al-Isbahi bestätigte dies nun. Seinen Angaben zufolge soll es bei den Friedensverhandlungen auch um die Umsetzung der UNO-Resolution 2216 gehen, die die Houthi-Rebellen zum Rückzug aus den von ihnen eroberten Gebieten auffordert.

“Ohne Vorbedingungen”

Der Houthi-Vertreter al-Shami sagte, die Rebellen seien bereit, sich “ohne Vorbedingungen” an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Rebellen verlangen demnach aber auch, dass auch die anderen Konfliktparteien keine Bedingungen stellen.

Ursprünglich sollten in Genf schon Ende Mai Friedensverhandlungen beginnen. Jemens Exil-Regierung hatte aber als Vorbedingung gefordert, dass sich die Houthi-Rebellen aus den von ihnen eroberten Gebieten zurückziehen. Die Gespräche wurden verschoben.

Fast 2.000 Tote

Im Jemen liefern sich die Houthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der nach Saudi-Arabien geflohen ist. Seit dem Beginn der Kämpfe Mitte März wurden fast 2.000 Menschen getötet und tausende weitere verletzt. Die UNO geht davon aus, dass mindestens eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen geflohen sind.

Seit Ende März fliegt eine arabische Militärallianz, die von Saudi-Arabien angeführt wird, Luftangriffe gegen die Houthi-Rebellen. Eine mehrtägige humanitäre Feuerpause wurde Mitte Mai trotz internationaler Appelle nicht verlängert.

Eine Millionen Vertriebene

Durch die Kämpfe im Jemen sind nach UNO-Angaben seit Mitte März fast 2.300 Menschen getötet worden. Etwa die Hälfte von ihnen seien Zivilisten gewesen, teilte das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) am Freitag in Genf mit. Fast 10.000 Menschen seien verletzt worden. Der Bürgerkrieg habe mehr als eine Million Menschen zu Vertriebenen im eigenen Land gemacht, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke.

Insgesamt sind laut OCHA mittlerweile mehr als 20 Millionen Jemeniten auf humanitäre Hilfe angewiesen. Für Hilfsorganisationen werde es immer schwieriger, die Notleidenden im Jemen mit Nahrung, Wasser und Medikamenten zu versorgen.

Unterstützung vom Iran

In dem ärmsten Land Arabiens kämpfen schiitische Houthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Der Staatschef ist nach Saudi-Arabien geflüchtet. Die Houthis werden nach Darstellung Hadis vom Iran unterstützt. Seit dem 26. März bombardiert ein von Saudi-Arabien geführtes Sunnitenbündnis Stellungen und Waffenlager der Rebellen. Die UN bemühen sich, die Konfliktgegner zu Friedensgesprächen an einen Tisch zu bekommen. (APA)

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