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Auch Frankreich soll rauchfrei werden

In irischen Pubs wird nicht mehr gequalmt, und auch die Italiener drücken vor ihrem Pizzeria-Besuch die Zigarette aus. Jetzt soll auch Frankreich rauchfrei werden.

Nur in Frankreich, im Reich der Gauloises und Gitanes, können sich Raucher – trotz eines 14 Jahre alten Anti-Tabak-Gesetzes – in den Bars, den meisten Restaurants und vor allem in den Nachtclubs weiterhin eine anzünden. Das soll sich jetzt ein für alle Mal ändern.

Angespornt von den positiven Erfahrungen in anderen europäischen Ländern bläst der konservative Abgeordnete Yves Bur „zur letzten Schlacht gegen den Tabak“. Der Zahnchirurg und Kämpfer für öffentliche Gesundheit legt gerade den letzten Schliff an seinen Gesetzentwurf gegen das Rauchen.

Die Franzosen könnten reif sein für diesen Schritt, gegen den sich die Raucher, die Tabakverkäufer und die Zigarettenindustrie so lange gesträubt haben. Vier von fünf Franzosen sind nach Umfragen dafür, in den Unternehmen wie in den Restaurants und anderen öffentlichen Orten das Qualmen zu verbieten – selbst unter den verbliebenen Rauchern ist eine knappe Mehrheit dafür.

Der streitbare elsässische Abgeordnete bereitet seine Gesetzesoffensive in der Nationalversammlung für den 2. November vor. Was in 15.000 irischen Pubs möglich ist, müsse doch in Frankreich auch machbar sein, das Glas Rotwein ohne Zigarette: „Das Verbot kommt unausweichlich, das ist nur eine Frage der Zeit.“

Der Vorstoß hat Rückenwind, französische Nichtrauch-Zeichen ebnen ihm den Weg. In den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen gibt es inzwischen kein einziges Raucherabteil mehr, und die Tabakgegner weisen auch in Frankreich immer öfter diejenigen in die Schranken, die sich in den Restaurants, in Bars oder in der Metro den Griff zur Schachtel nicht verkneifen können. Noch etwa 30 Prozent der Franzosen rauchen, wobei sich die meisten – resigniert oder auch einsichtig – mittlerweile in der Öffentlichkeit etwas zurückhalten. Am schwersten wird es ihnen fallen, in Bars, Cafes und Discos auf den Glimmstängel zu verzichten.

Es soll ein einfaches und klares Gesetz werden, mit abschreckend hohen Geldstrafen für jene, die trotzdem noch rauchen. Die Front der Tabakgegner, denen die Gesundheitswelle in Frankreich zugute kommt, hat sich bei irischen Anti-Rauch-Pionieren kundig gemacht und sogar Pubs in Dublin besucht. „Wir haben jetzt eine Hand frei für ein zweites Glas“, hörten die Franzosen dort von einem Bierliebhaber, dem höchstens noch ein Guinness zu viel die Sicht in seinem Pub trübt.

„Nun müssen auch die Franzosen über ihren Schatten springen“, meint der Anti-Tabak-Vorreiter Bur. Widerstandsnester dürfte es noch etliche geben, vor allem in Tabak-Verkaufsstellen.

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