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Auch Elisabeth Görgl stürzte

Das zweite Training für die Olympia-Abfahrt der Damen in San Sicario ist am Montag von mehreren teils schweren Stürzen und daraus resultierenden Unterbrechungen überschattet gewesen.

Auf der mit 3.058 Metern längsten Damenabfahrt der Welt gab es insgesamt vier Stürze. Betroffen waren Elisabeth Görgl, die französische Titelverteidigerin Carole Montillet-Carles, die Kanadierin Allison Forsyth sowie die US-Mitfavoritin Lindsey Kildow. Montillet-Carles, Kildow und Forsyth wurden mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Dort ergaben Untersuchungen, dass die Saison für Forsyth nach einem Kreuzbandriss im linken Knie beendet ist. Montillet und Kildow dürfen sich dagegen noch kleine Hoffnungen auf einen Olympia-Start machen. Bei Kildow waren Rückenverletzungen befürchtet worden, doch die US-Teamärzte gaben Entwarnung. “Die Röntgenbilder haben gezeigt, dass alles okay ist”, erklärte Ed Ryan, medizinischer Chef der US-Olympia-Abordnung. Kildow muss aber wegen einer leichten Schädelprellung die nächsten 24 Stunden zur Beobachtung noch im Spital verbringen. Bei Montillet-Carles lag dagegen noch kein endgültiger Befund vor. “Es wird sehr hart”, lautete die Antwort von Frankreichs Teamchef Gerard Rougier auf die Frage, ob die Titelverteidigerin das Rennen am Mittwoch wird fahren können. “Carole muss sich noch einer Ultraschall-Untersuchung im Bauchbereich unterziehen, auch ihr Rücken wird wegen eines Wirbelproblems noch einmal genau untersucht.”

Der Sturz von Kildow erinnerte so Furcht erregend an jenen von Hans Grugger in Bormio, dass sich auch die zu diesem Zeitpunkt führende Renate Götschl im Ziel entsetzt abwandte. Die Steirerin wurde dann von der Qualifikation fahrende Schweizerin Martina Schild um 0,76 Sekunden distanziert, war aber als Zweite, unmittelbar vor Alexandra Meissnitzer (+0,90) hochzufrieden.

Der sportliche Aspekt geriet angesichts der Stürze erfahrener Läuferinnen, die allesamt an anderen Stellen zu Boden mussten, aber in den Hintergrund. Die im Vorjahr noch so heftig und speziell für den Super G als zu leicht kritisierte “Fraiteve Olympique” zeigte nach dem Einbau von Wellen und zusätzlichen Sprüngen sowie einer etwas schnelleren Kurssetzung am zweiten Trainingstag ihre Tücken. Die ÖSV-Damen waren dennoch geschlossen gegen eine eventuelle Entschärfung der im Vorjahr noch als “Autobahn” bezeichneten Abfahrt. “Die Abfahrt ist doch schön zu fahren. Alle Gestürzten haben auf dem aggressiven Schnee verschnitten, hier darf man eben keine Sekunde unaufmerksam sein”, meinte etwa Götschl.

Trotz ihres Sturzes im zweiten Training ist Elisabeth Görgl riere als vierte Starterin für die Olympia-Spezialabfahrt nominiert worden. Die 24-jährige Steirerin wird am Mittwoch (12.00 Uhr) in San Sicario zusammen mit den zu den Favoriten zählenden Renate Götschl, Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer um die ersten Damen-Alpin-Medaillen der XX. Winterspiele fahren. Von der Leistung in der Abfahrt wird abhängen, ob sich Görgl auch den vierten Startplatz für die Kombination am Freitag sichert. Im zweiten Olympia-Bewerb gelten Kathrin Zettel, Nicole Hosp und Marlies Schild als Fixstarterinnen, Chancen auf den vierten Platz hat aber auch noch Michaela Kirchgasser, die in den Abfahrts-Trainings einen starken Eindruck hinterließ.

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