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AT&S: Ein Drittel der Belegschaft muss gehen

Im Werk Leoben-Hinterberg des Leiterplattenherstellers AT&S muss ein Drittel der Belegschaft gehen.
Von langer Hand geplant

Die Kündigung von Mitarbeitern wurde seitens AT&S u.a. mit den jüngster Ereignissen in der weltweiten Finanzwirtschaft begründet, deren “Auswirkungen auf die Realwirtschaft auch im Bereich der Elektronikindustrie zunehmend spürbar” würden. Neben zu erwartenden Mengenrückgängen kämen auch die Preise weiter unter Druck, “wodurch Volumsaufträge zukünftig in Österreich nur noch in Ausnahmefällen gefertigt werden können”, hieß es. Einige der in Leoben wegen der Verringerung der Produktionskapazitäten nicht mehr benötigten Maschinen werden im neuen Werk in Indien zum Einsatz kommen.

Laut AT&S werden die Restrukturierungskosten werden in Summe 20,4 Mio. Euro betragen. Diese teilen sich auf Kosten des Personalabbaus, Gebäudeabschreibungen und sonstige Anpassungskosten auf. Die genaue Höhe werde erst nach Ausarbeitung eines Sozialplanes mit der Belegschaftsvertretung fest stehen. Bei dem Unternehmen rechnet damit, die ersten Kündigungen bis zum Ende des Jahres 2008 auszusprechen, so dass der Personalabbau mit Ende des Geschäftsjahres 2008/09 im Wesentlichen abgeschlossen sein sollte.

Tendenziell sei bereits in den vergangenen Jahren ein Abwandern von Volumensaufträgen nach Asien zu beobachten gewesen, was durch die zunehmend spürbare Wirtschaftskrise nochmals beschleunigt worden sei, hieß es. Deshalb müsse man die Kapazitäten am Standort Leoben-Hinterberg “anpassen”. Dadurch soll das Werk “als Technologietreiber und als Spezialist für Prototypen- und schnelles Geschäft für die AT&S Gruppe bestmöglich abgesichert werden”, verlautbarte das Unternehmen am Dienstag. Für diese Neuausrichtung des Standortes fallen Kosten von rund drei Mio. Euro an.

Dies kostet am Standort Leoben 293 eigene Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter den Job, der Mitarbeiterstand wird sich von derzeit 1.370 auf 918 Beschäftigte verringern. Die Produktionskapazitäten – gemessen in produzierter Leiterplatten-Fläche – werden fast halbiert, von 215.000 auf 130.000 Quadratmeter. In Leoben-Hinterberg nicht mehr nutzbare Maschinen würden im neuen Werk in Indien eingesetzt, das reduziere die dortige Investitionssumme um etwa 7,4 Mio. Euro.

Laut AMS Steiermark werde nun das Frühwarnsystem ausgelöst und im üblichen Falle begännen dann die Gespräche über die Zukunft der Mitarbeiter. Die Meldung an das Arbeitsmarktservice müsse bis 30. November offiziell erfolgen, so Hermann Gössinger vom AMS. Er gehe davon aus, dass man über eine Arbeitsstiftungslösung verhandeln werde.

Für die AT&S-Tochter in Korea muss laut dem Unternehmen eine Firmenwertberichtigung vorgenommen werden. Trotz eines im Monat Oktober erstmalig auf EBIT-Basis positiven Ergebnisses und einer positiven Entwicklungs-Einschätzung der AT&S Korea müsse der Geschäftsplan für diese Gesellschaft aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes angepasst werden. Dies mache einen Abwertungsbedarf von derzeit rund 6,8 Mio. Euro erforderlich, wobei der Firmenwert von derzeit rund 5,3 Mio. Euro gänzlich abgeschrieben wird und Steuerrückstellungen um rund 1,5 Mio. Euro reduziert werden.

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