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Atomwissenschaftler seit Jahren unter Verdacht

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat den Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan bereits vor drei Jahren der Weitergabe von Atomtechnologie verdächtigt.

Das räumte Musharraf am Montag in einem Interview der „New York Times“ (Dienstagausgabe) ein. Er beschuldigte zugleich die US-Regierung, sie habe ihm bis Oktober vergangenen Jahres keine überzeugenden Beweise für die illegalen Aktivitäten Khans übermittelt.

„Wenn sie (die USA) eher davon wussten, hätten sie es uns sagen sollen“, sagte Musharraf. „Vielleicht wären dann eine Menge Dinge niemals geschehen.“ Bald nach seiner Machtübernahme im Jahr 1999 habe er Hinweise auf „illegale Kontakte“ und „verdächtige Reisen“ im Zusammenhang mit dem Forschungslabor von Khan gesehen.

Er sei jedoch besorgt gewesen, dass Ermittlungen gegen den Atomwissenschaftler und Nationalhelden ungewünschte politische Folgen hätten, sagte Musharraf. „Das war äußerst heikel.“ Im März 2001 habe er Khan seines Postens als Leiter des Forschungslabors enthoben.

Khan, der als „Vater der pakistanischen Atombombe“ verehrt wird, hatte in der vergangenen Woche öffentlich die Verantwortung für die Weitergabe von Atomtechnologie an Iran, Libyen und Nordkorea übernommen. Musharraf begnadigte den Wissenschaftler einen Tag später.

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