Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Athen: Das Warten wird zum Nervenkrieg

Das Warten wird zum Nervenkrieg. Dutzende Verwandte der in einem Linienbus bei Athen festgehaltenen Geiseln starren auf einen Fernsehschirm.

Der Kanal zeigt – wie fast alle Sender des Landes an diesem Mittwoch – Live-Bilder von dem Bus, der für ihre Angehörigen zu einer Falle wurde.

Mehr als 40 Menschen drängen sich in dem Cafe eines Supermarktes, der ganz in der Nähe des entführten Busses liegt. Betreut von Sicherheitskräften und Psychologen bangen und hoffen sie, Stunde um Stunde.

„Ich will gar nicht wissen, wer diese Männer sind oder was sie wollen“, sagt ein älterer Mann. „Ich wünsche mir nur, meine Tochter wieder gesund in den Armen zu halten.“

Im Morgengrauen haben die Geiselnehmer den Bus und seine 24 Insassen am Stadtrand Athens in ihre Gewalt gebracht. Ihre Forderung: Eine Million Dollar (747.200 Euro) Lösegeld und ein Flugzeug, um aus Griechenland zu entkommen. Die meisten Verwandten haben seit Stunden nichts von ihren Ehefrauen, Töchtern, Vätern oder Neffen gehört. Nur wenige hatten Glück und konnten per Handy Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen.

Von der Außenwelt abgeschirmt steht der gekaperte Bus auf einer gesperrten Schnellstraße zwischen Athen und Marathon. Hunderte Polizisten und Spezialkräfte umstellen das hellblaue Fahrzeug im Vorort Gerakas, rund zehn Kilometer vom Zentrum der griechischen Hauptstadt entfernt. Auf den Dächern der umliegenden Gebäude haben vermummte Scharfschützen Stellung bezogen.

Außer Sichtweite der Geiselnehmer und ihrer Opfer stehen Dutzende Krankenwagen in einer Nebenstraße aufgereiht. In den langen Stunden seit Beginn der Geiselnahme haben die Entführer mehr als die Hälfte der Passagiere gehen lassen. Aber noch immer befinden sich Männer und Frauen in ihrer Gewalt.

Das Warten wird für alle zu einer Zerreißprobe. „Ich hatte Glück und habe mit meinem Bruder in dem Bus sprechen können. Es geht allen gut“, sagt Dina Vassila. „Aber sie fragen sich, warum die Forderungen der Geiselnehmer nicht erfüllt werden. Dann hätte ihre Qual ein Ende.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Athen: Das Warten wird zum Nervenkrieg
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.