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Astronaut Reiter: "Leben am Mond realistisch"

Der Wettlauf zum Mond hat in der Raumfahrtbranche wieder begonnen. "Nach langer Unterbrechung ist glücklicherweise das wissenschaftliche Interesse am Mond wieder zurück", sagte der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter.

Nachdem der Erdtrabant erstmals erreicht worden war, seien die Prioritäten aus wissenschaftlichen und finanziellen Überlegungen über Jahrzehnte anders gesetzt worden.

Gut 50 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung 1969 will die NASA um 2020 wieder Menschen dorthin fliegen. Doch um längere Zeit auf dem Himmelskörper leben zu können, seien die Amerikaner auf internationale Unterstützung angewiesen, sagte Reiter, Vorstandsmitglied im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). “Und da würde ich mir wünschen, dass Deutschland und Europa eine Rolle spielen.”

“Die Erforschung des Mondes ist für die Entstehungsgeschichte der Erde von großem Interesse.” Auf dem Planeten habe sich die Erdoberfläche in mehr als vier Milliarden Jahren viele Male geändert. “Die Erdkruste ist mehrfach aufgeschmolzen und wieder neu entstanden. Auf dem Mond hat man eine Momentaufnahme von dem Zeitpunkt vor vielen Milliarden Jahren.” Zudem erhofften sich die Wissenschafter Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems. “Diese Neugierde, diese Forschung, dieser Wissensdurst ist ganz wichtig für unsere weitere Entwicklung”, sagte Reiter.

Eine europäische Beteiligung an der Mondmission sei nicht nur für Industrie und Wissenschaft von Bedeutung, betonte der ehemalige Astronaut. “Für die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Identität ist das Erreichen eines solchen Zieles sehr wichtig. Denn wir können es nur gemeinsam erreichen.”

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