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Asterix erscheint in 27 Ländern gleichzeitig

In 27 Ländern weltweit ist am Freitag das neue Asterix-Comic zeitgleich in die Läden gekommen. Viele Händler warteten mit der Öffnung ihrer Geschäfte nicht bis zum Morgen und boten beim Erscheinen nächtliche Veranstaltungen.

Ein Buchladen auf den Champs Elysees in Paris enthüllte genau eine Minute nach Mitternacht feierlich einen Stapel der frisch ausgelieferten Comics. Schon nach kurzer Zeit waren rund 1.000 Exemplare verkauft. „Ich habe die ganze Sammlung ab Band eins“, sagte eine begeisterte Französin, bevor sie mit ihrem neu erstandenen Heft das Geschäft verließ.

„Le ciel lui tombe sur la tete“ (deutsch: Der Himmel fällt ihm auf den Kopf) ist bereits das 33. Abenteuer des mutigen gallischen Kriegers und seines Kumpels Obelix. Den Inhalt hat Autor und Zeichner Albert Uderzo bisher streng geheim gehalten. In deutscher Sprache erscheint der Band unter dem Titel „Gallien in Gefahr“.

„Asterix“-Band: Krieg der Comics-Welten

Wenn Asterix und Obelix Wildschweine jagen, die Viecher aber nicht vor Schreck stocksteif sind, sondern vielmehr ebenso wie das ganze Gallier-Dorf von einer unerklärlichen Starre befallen scheinen, ist eines schnell klar: „Gallien in Gefahr“! Im heute, Freitag, erschienenen gleichnamigen, mittlerweile 33. Band der Abenteuer des kleinen Galliers droht etwas, vor dem sich die tapferen Römer-Verprügler trotz Zaubertrank immer gefürchtet haben: Der Himmel – genauer gesagt: das Universum – fällt ihnen auf den Kopf. In Form von Besuchern aus dem All, die sich um die Geheimwaffe der Gallier streiten.

Ein Schatten legt sich über das Dorf. Geworfen von einer riesigen goldenen Kugel, die sich bedrohlich nähert. Ein außerirdisches Wesen im Teletubby-Look entsteigt dem Raumschiff, verstärkt von geklonten „Superman“-Kämpfern, die eher steirischen Eichen als gallischen Gockeln ähnlich schauen. Und es wird noch eigenartiger: Die sich „Tadsylwine“ nennenden, alle gleich aussehenden lila Aliens stehen im intergalaktischen Kampf mit den wenig später im Gallien des Jahres 50 vor Christus eintreffenden Nagmas. Beide wollen nur eines: Den Zaubertrank.

Dass die Gallier da nicht mitspielen und auch den Aliens Widerstand leisten, und die Römer eine einmalige Chance sehen, die Überhand zu gewinnen, ist zu erwarten. Vieles andere im neuen „Asterix“, der auf Französisch passend „Le ciel lui tombe sur la tete“ („Der Himmel fällt ihm auf den Kopf“) heißt, hingegen weniger.

Denn für gallische Verhältnisse ungewöhnliche Bilder gibt es im neuen Band der von Rene Goscinny und Albert Uderzo ins Leben gerufenen Kult-Comicserie en masse: Armeen von Supermännern im Arnold Schwarzenegger-Look kämpfen gegen Roboter-Viecher, mit Kampfsport-Fähigkeiten ausgerüstete Alien-Insekten versuchen ihr Bestes, um Obelix aus der Ruhe zu bringen, und das „Pi’aten“-Schiff wird diesmal von einem strauchelnden Raumschiff versenkt. Anspielungen auf die „Men in Black“, Sci-Fi-Fernsehserien oder Fast Food komplettieren einen dezidiert zeitgemäßen und zugleich zeitkritischen Touch.

Wer den Eindruck nicht loswird, dass im heute, Freitag, in 27 Ländern zugleich erschienenen Band auch zeichnerisch ein anderes Universum in die Welt der Gallier Einzug hält, täuscht sich nicht: Denn ganz am Schluss erläutert Uderzo, welchem weltberühmten Zeichnerkollegen er mit dem Namen des Herkunfts-Planeten der guten Aliens Reverenz erweist. Und welche asiatische Comicschule mit den bösen Nagmas persifliert wird, ist auch nicht so schwer zu entschlüsseln.

Beim Abschlussfest darf Troubadix ausnahmsweise seine Stimme erheben (und – ganz zeitgemäß – das Webportal „Yahoo“ besingen). Die Gallier wurden geblitzdingst und haben dementsprechend alles vergessen, was die Aliens an Unruhe gebracht haben.

Und eigentlich, beim Teutates, wünscht man sich als Leser diese Möglichkeit auch für sich selbst beim achten Band, der nach dem Tod von Rene Goscinny im Jahr 1977 erschienen ist: Der neue Asterix-Band kann mit seiner Mischung aus Anlehnung und Kritik an der derzeitigen und der vergangenen Comics-Landschaft keineswegs überzeugen. Feiner Witz oder eine subtil geführte Klinge in der Auseinandersetzung mit den derzeitigen Comics-Lesegewohnheiten fehlen, und die Alien-Story bleibt belanglos und unpassend.

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