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Assistierter Suizid: Was sagen Sie zu dem Gesetz?

Sterbebegleitung, Hospiz oder sogar assistierter Suizid – in Österreich ist mit der Gesetzesnovelle vieles möglich geworden.
Sterbebegleitung, Hospiz oder sogar assistierter Suizid – in Österreich ist mit der Gesetzesnovelle vieles möglich geworden. ©Canva
Joachim Mangard (VOL.AT) joachim.mangard@russmedia.com
Mit 1. Jänner 2022 trat das Sterbeverfügungsgesetz in Kraft. Das Angebot auf individuelle Sterbehilfe wird auch in Vorarlberg wahrgenommen. Wie stehen Sie zur umstrittenen Novelle?

Seit mehr als einem Jahr ist die Sterbehilfe in Österreich neu geregelt. Dauerhaft schwer oder unheilbar Kranke, die Beihilfe zum Suizid in Anspruch nehmen wollen, können seitdem eine sogenannte Sterbeverfügung errichten.

38 Prozent der Österreicher würden die Möglichkeit eines assistierten Suizids jedenfalls oder eher schon in Anspruch nehmen. Umgekehrt lehnen dies 17 Prozent aus ethisch-religiösen oder sonstigen Gründen ab, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Online-Umfrage von Marketagent. 37 Prozent antworteten, dass sie sich in dieser Frage nicht sicher sind und intensiver darüber nachdenken müssten. Sieben Prozent lehnten eine Antwort ab.

Für die im Auftrag der Hospizbewegung Baden erstellte Studie wurden Anfang März 1005 Personen im Alter von 14 bis 79 Jahren im Rahmen eines Online Access Panels befragt. Die rechtliche Situation in Sachen assistierter Suizid ist rund zwei Drittel der Österreicher zumindest nach eigener Einschätzung einigermaßen bekannt: 27 Prozent antworteten auf eine entsprechende Frage mit "Ja", 37 Prozent mit "Ja, ich glaube schon".

Sterbeverfügung ermöglicht
Beihilfe zum Selbstmord

Ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) in Jahr 2020 hatte die Neuregelung des assistierten Suizids, der davor verboten war, nötig gemacht. Laut dem nun geltenden Sterbeverfügungsgesetz können dauerhaft schwer oder unheilbar Kranke, die Beihilfe zum Selbstmord in Anspruch nehmen wollen, eine sogenannte Sterbeverfügung errichten. Aufklärungsgespräche mit Ärzten sind verpflichtend. Zwei Mediziner müssen unabhängig voneinander bestätigen, dass die sterbewillige Person entscheidungsfähig ist und freiwillig aus dem Leben scheiden möchte, einer davon muss über eine palliativ medizinische Ausbildung verfügen. Die Errichtung der Sterbeverfügung erfolgt durch einen Notar.

Weiteres Ergebnis der Umfrage: Zwei Drittel würden im Fall einer unheilbaren Erkrankung ihre letzte Lebenszeit am liebsten daheim verbringen. 13 Prozent würden ein Hospiz wählen, elf Prozent Angehörige bzw. Freunde, fünf Prozent ein Pflegeheim und zwei Prozent ein Krankenhaus (Rest: anderer Ort).

(VOL.AT/APA)

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