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Arzt haftet für Fehler bei Brustvergrößerung

Symbolbild
Symbolbild ©dpa - Boris Roessler
Die mehrfache Mutter hatte einen Hängebusen und wollte straffe, vollere Brüs­te. Deshalb unterzog sie sich beim beklagten plastischen Chirurgen einer Schönheits-OP. Diese ging schief.

Aus dem Gerichtssaal - Von Seff Dünser

Der Unterländer Schönheitschirurg vergrößerte ihre Brüste am 4. März 2017 mit großen, jeweils 800 Milliliter schweren Silikon­implantaten. Danach entstand allerdings ein Serom: Gewebeflüssigkeit trat aus der Wunde aus. Deshalb nahm der beklagte Operateur die Silikonimplantate am 18. März 2017 wieder heraus.

Die anwaltlich von Rainer Santner aus Feldkirch vertretene Patientin verklagte ihren behandelnden Arzt auf Schadenersatz, mit Erfolg. Der Facharzt hat der Oberländerin 8100 Euro zu bezahlen: 5800 Euro als Rückzahlung des Honorars für die missglückte Brustvergrößerung, 500 Euro für Nachbehandlungskosten sowie 1800 Euro als Schmerzengeld. Das wurde in dem Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch entschieden. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat das Feldkircher Urteil bestätigt. Das OLG-Urteil könnte noch mit einer außerordentlichen Revision beim Obersten Gerichtshof (OGH) bekämpft werden.

Aufklärungsfehler

Nach Ansicht der Richter haftet der beklagte Schönheitschirurg, weil ihm mehrere Aufklärungsfehler unterlaufen sind. Demnach hat er vor der Brustvergrößerung die Patientin etwa nicht auf die mögliche Komplikation eines Seroms hingewiesen. Zudem hätte der Facharzt, so die Urteile, vollständig darüber informieren müssen, dass das von der Patientin gewünschte Ergebnis der Behandlung nur mit einer Bruststraffung und nicht mit einer Brustvergrößerung zu erreichen ist. Des Weiteren hat der Mediziner nach den gerichtlichen Feststellungen gesetzliche Fristen für die Aufklärung über Operationsrisiken und die OP-Einwilligungserklärung der Patientin nicht eingehalten.

Nach der misslungenen Brustvergrößerung ließ sich die Oberländerin im November 2017 bei einem anderen Arzt noch einmal operieren. Bei ihr wurde in Liechtenstein eine Bruststraffung vorgenommen. Der Eingriff war erfolgreich, so das Urteil des Landesgerichts. Für die dabei entstandenen Kosten von rund 10.000 Euro muss allerdings nicht der beklagte Vorarlberger Arzt aufkommen, sondern die klagende Patientin selbst, wurde gerichtlich entschieden. Die Richterin sprach von sogenannten Sowieso-Kosten: Die Kosten für die gewünschte Busen-Veränderung müsse die Patientin schon bezahlen.

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