Argentinien zieht ins Endspiel ein

Argentinien jubelt über Finaleinzug
Argentinien jubelt über Finaleinzug
Nach 120 schwachen und torlosen Minuten musste zwischen der Niederlande und Argentinien die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen. Dort wurde Keeper Romero zum Held.
NED - ARG 2:4 n.E.

Während Argentinien auf den verletzten Di Maria verzichten musste, konnten die Holländer kurz vor der Partie aufatmen. Hinter dem Einsatz von Robin van Persie stand aufgrund von Magenproblemen lange Zeit ein Fragezeichen, der Stürmer von Manchester United konnte aber doch von Beginn an auflaufen. Zudem konnte Bondscoach Louis van Gaal auch auf Nigel de Jong zurückgreifen, der trotz einer Muskelverletzung ebenfalls in der Startelf stand.

Keinerlei Highlights

Die Partie in Sao Paulo war sehr von Taktik geprägt, keines der beiden Teams wollte dem Gegner ins offene Messer laufen, so wie es gestern Gastgeber Brasilien passiert war. Sowohl die Niederlande als auch Argentinien waren in erster Linie darum bemüht, in der Defensive gut zu stehen und die Räume eng zu machen. Torszenen waren deshalb Mangelware, wenn so etwas wie Gefahr entstand, dann aus Standardsituationen. So ist beispielsweise ein Freistoß von Messi zu erwähnen (14.), oder auch ein Kopfball von Garay nach einer Ecke (24.). Von den niederländischen Offensivwaffen war nur wenig zu sehen, einzig Sneijder kam einmal zum Abschluss (10.), Robben und van Persie kamen in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht zur Geltung. Folgerichtig stand es in einer Partie auf sehr überschaubarem Niveau zur Pause 0:0-Unentschieden.

Auch nach Wiederbeginn bot sich ein ähnliches Bild, weiterhin wollten beide Mannschaften kein erhöhtes Risiko eingehen. Die Torhüter blieben weitgehend beschäftigungslos, die Abwehrreihen ließen zumeist keine Torannäherung zu. Grundsätzlich gilt es allerdings anzumerken, dass beide Teams zu statisch und mit viel zu wenig Tempo agierten. Es dauerte bis Minute 74, ehe es die ersten nennenswerten Torchancen in Hälfte zwei zu sehen gab. Allerdings standen sowohl van Persie (74.) als auch Higuain (75.) bei ihren jeweiligen Abschlussversuchen im Abseits. Nach dem einzig schönen Angriff der „Elftal“ hätte Robben in der Nachspielzeit beinahe doch noch für die Entscheidung gesorgt, sein Schuss wurde aber im letzten Moment von Mascherano abgeblockt. So stand es auch nach Ablauf der regulären Spielzeit weiterhin 0:0, es ging in die Verlängerung.

Elfmeterschießen musste entscheiden

Diese zusätzlichen 30 Minuten verliefen ebenfalls nahezu ereignislos, doch plötzlich tauchte Palacio vor Cillessen auf, köpfte diesem den Ball aber direkt in die Arme (115.). Wenige Augenblicke später konnte auch Rodriguez die Kugel nicht im Tor unterbringen. Auf der Gegenseite wurde kurz vor dem Abpfiff dann noch ein Schussversuch von Kuyt abgeblockt. Folglich musste die Entscheidung in diesem Halbfinale nach 120 schwachen und enttäuschenden Minuten dann im Elfmeterschießen fallen. Für die Niederländer ging es zum zweiten Mal in Folge in dieses Lotteriespiel, bereits im Viertelfinale gegen Costa Rica mussten Robben & Co. über die volle Distanz gehen. Dieses Mal konnte Teamchef van Gaal die Option in Person von Ersatzkeeper Tim Krul allerdings nicht mehr ziehen, da das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war.

Es folgte der große Auftritt vom argentinischen Schlussmann Sergio Romero. Der Keeper wehrte gegen Vlaar und Sneijder ab, die Südamerikaner verwandelten ihrerseits sicher. Als vierter Schütze trat Rodriguez an und er versenkte die Kugel mit viel Glück und brachte sein Team damit ins Endspiel. Durch diesen Sieg verhinderten die Südamerikaner ein rein europäisches Endspiel, Deutschland und Argentinien treffen damit nach 1986 und 1990 bereits zum insgesamt dritten Mal in einem WM-Finale aufeinander. Ausgerechnet der große Erzrivale von Gastgeber Brasilien wird nun also am kommenden Sonntag in Rio versuchen, sich den WM-Titel zu sichern. Nach den gezeigten Leistungen dürfte allerdings Deutschland klar in der Favoritenrolle sein.

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