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Arbeitslosigkeit im Jänner um 6,9 Prozent gestiegen- 410.662 ohne Job

Damit waren insgesamt 410.662 Personen in Österreich ohne Job.
Damit waren insgesamt 410.662 Personen in Österreich ohne Job. ©VOL.AT/ Themenbild
Das Winterwetter und die schwache Konjunktur haben die Arbeitslosenzahlen in Österreich nach oben schnellen lassen.

Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist per Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,4 Prozent oder 20.394 Personen auf 338.421 angestiegen. Zusätzlich wuchs die Zahl der Schulungsteilnehmer um 5.970 (+9 Prozent) auf 72.241. Damit waren insgesamt 410.662 Personen in Österreich ohne Job und um 6,9 Prozent mehr als im Jänner 2012, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Ö mit niedrigster Arbeitslosigkeit in EU

Die Arbeitslosenquote lag nach österreichischer Definition im Jänner bei 9,1 Prozent (+0,5 Prozentpunkte). Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Dezember – das ist der aktuellste verfügbare Wert – auf 4,3 Prozent. Österreich hat damit erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, gefolgt von Luxemburg mit 5,1 Prozent und Deutschland mit 5,4 Prozent. In den 27 EU-Staaten betrug die Arbeitslosenquote im Schnitt 10,7 Prozent.

Trotz Wirtschaftsflaute gab es in Österreich mehr Personen mit einem Job. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten hat sich per Ende Jänner um 22.000 Personen (+0,7 Prozent) auf 3,308 Millionen erhöht. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist hingegen um 2.416 (-9,6 Prozent) auf 22.760 zurückgegangen.

Stärkster Anstieg im Gesundheits- und Sozialwesen

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Jänner am stärksten Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen (+ 12 Prozent), in der Baubranche (+8,7 Prozent) und im Leiharbeitssektor (+ 7,0 Prozent) betroffen. In absoluten Zahlen gab es die meisten Arbeitslosen per Ende Jänner am Bau mit 72.771 Personen und im Handel mit 43.881 Betroffenen.Wien. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung war im Jänner mit 9,1 Prozent höher als in der Wirtschaftskrise 2009/10. Im Jänner 2009 betrug die Arbeitslosenrate in Österreich 8,4 Prozent und im Jänner 2010 rund 9,0 Prozent. Auch in absoluten Zahlen gab es im Jänner mehr Arbeitslose als in Krisenzeiten. Zum Vergleich: Im Jänner 2010 waren es 323.651 Arbeitslose, im Jänner 2013 bereits 338.421 Betroffene.

Die schwächelnde Konjunktur hat die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen am stärksten in den Industriebundesländern Oberösterreich (+9,5 Prozent) und Steiermark (+7,3 Prozent) ansteigen lassen. Die geringste Zunahme wurde in Vorarlberg (+3,0 Prozent), Tirol (+4,3 Prozent) und Salzburg (+5,1 Prozent) verzeichnet. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit stieg um fünf auf 93 Tage. Wieder erhöhte sich die Männerarbeitslosigkeit stärker als jene der Frauen. Von den vorgemerkten 338.421 Beschäftigungslosen waren 219.758 Männer (+7,3 Prozent) und 118.663 Frauen (+4,7 Prozent).

“Wie jedes Jahr wird mit dem Höhepunkt des Winters auch der Höchststand der Saison- und damit auch Gesamtarbeitslosigkeit erreicht”, kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten hat sich per Ende Jänner trotz Wirtschaftsflaute dennoch um 22.000 Personen (+0,7 Prozent) auf 3,308 Millionen erhöht. Seit dem Wirtschaftskrisenjahr 2009 seien in Österreich 150.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, erklärte der Sozialminister. Weil aber immer mehr ältere Arbeitskräfte länger am Arbeitsmarkt bleiben würden und die Frauen-Erwerbsbeteiligung sich weiter erhöhe, übersteige das zusätzliche Arbeitskräfteangebot diesen Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen.

Angesichts der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung der Haupthandelspartner und damit verbundenen geringen Zuwächsen bei den Exporten werde sich “diese Situation in den nächsten Monaten noch nicht grundlegend ändern”, erwartet Hundstorfer.

Der stärkste Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde im Jänner bei Langzeitarbeitslosen mit plus 31,7 Prozent verzeichnet. 6.231 Personen waren per Ende Jänner länger als 12 Monate vorgemerkt. Ältere Menschen waren mit einer Zunahme von 8,9 Prozent stärker betroffen als Jugendliche (+5,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote bei den Älteren betrug im Jänner nach nationaler Definition 9,3 Prozent (+0,3 Prozentpunkte). Die Jugendarbeitslosenquote lag nach Eurostat-Berechnungen bei 8,5 Prozent. Damit lag Österreich im EU-Vergleich auf Platz zwei, nur in Deutschland (8,1 Prozent) waren weniger Jugendliche ohne Job.

Auch am Lehrstellenmarkt gab es vermehrten Andrang und weniger offene Stellen. Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg um 1,3 Prozent auf 5.170 Personen. Gleichzeitig gab es weniger offene gemeldete Lehrstellen (-7,7 Prozent auf 2.959). Damit ergab sich eine Lehrstellenlücke von 2.211.

(APA)

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