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Arafats Frau Suha löst Eklat aus

Mit einem heftigen Angriff auf die amtierenden Stellvertreter ihres mit dem Tod ringenden Mannes hat die Ehefrau des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, Suha, am Montag einen beispiellosen Eklat ausgelöst.

Stunden bevor sich der stellvertretende PLO-Chef Mahmud Abbas, Regierungschef Ahmed Korei und Außenminister Nabil Shaath selbst ein Bild vom Zustand des 75-Jährigen in einem Militärkrankenhaus bei Paris machen wollten, meldete sich Frau Arafat im arabischen TV-Nachrichtensender Al Jazeera zu Wort.

Die Führungsspitze habe sich gegen Arafat verschworen, um vorzeitig die Macht zu übernehmen, erklärte die 41-Jährige aufgebracht in dem nächtlichen Anruf. „Sie wollen Abu Amar (Arafats Kriegsname) lebendig begraben“, sagte sie. Und nachdem seit Tagen niemand außer ihr Zugang zu Arafat hatte, behauptete sie erneut: „Es geht ihm gut, und er wird in sein Vaterland zurückkehren“.

Ministerpräsident Korei äußerte in Ramallah „größtes Bedauern“ über die Äußerungen von Frau Arafat. Vor einer Kabinettssitzung sagte der Generalsekretär der palästinensischen Präsidentschaft, Tayeb Abdel Rahim, Suha, die seit vier Jahren von ihrem Mann getrennt in Paris lebt, repräsentiere nicht „unser Volk“. Auch die Abgeordnete und Ex-Bildungsministerin Hanan Ashrawi kritisierte das Verhalten von Arafats Frau. Diese habe offenbar vergessen, dass Arafat „nicht nur Ehemann und Vater, sondern auch das palästinensische Staatsoberhaupt“ sei, sagte Ashrawi.

Die palästinensische Führung will ungeachtet des Skandals eine Delegation nach Paris schicken. Es werde noch beraten, welche Politiker nach Frankreich reisen sollten, sagte Kommunikationsminister Asam Ahmed in Ramallah. Mit ihren Anschuldigungen habe Suha Arafat alle beleidigt, „Arafat gehört nicht nur seiner Familie, er gehört dem ganzen palästinensischen Volk“, sagte der Minister.

In einem Streit um die Kontrolle über gebunkertes Geld steckt offenkundig erheblicher Sprengstoff. Aus einem palästinensischen Haushaltsbericht für 2004 ging hervor, dass Arafat über rund acht Prozent der Staatsausgaben verfügt. Nach unbestätigten Berichten überwies er seiner Frau rund 100.000 US-Dollar (rund 85.000 Euro) pro Monat. Zu Jahresbeginn hatte die französische Polizei wegen der dubiosen Überweisung von Millionensummen auf Suhas Konten und des Verdachts auf Geldwäsche Ermittlungen gegen die prominente Palästinenserin eingeleitet.

Israel und Ägypten haben sich laut einem israelischen Zeitungsbericht unterdessen darauf verständigt, dass die offizielle Trauerfeier für Arafat in Kairo und die Beisetzung im Gaza-Streifen stattfinden soll. Durch die organisatorische Trennung der Trauerfeiern vom eigentlichen Begräbnis solle den erwarteten Staatsgästen aus aller Welt eine Sicherheitskontrolle durch Israel erspart werden, meldete „Yediot Ahronot“ am Montag. Die israelische Führung gehe davon aus, dass die medizinischen Geräte, die Arafat am Leben hielten, am Dienstag abgeschaltet würden.

Israel wäre nach Darstellung von Außenminister Silvan Shalom zu Friedensgesprächen mit einer gemäßigten palästinensischen Führung bereit. Sein Land hoffe, dass es nach dem Tod Arafats eine verantwortungsbewusste Führungsfigur geben werde, „die den Terrorismus bekämpft und es uns erlaubt, zum Dialog und zu Friedensverhandlungen zurückzukehren“, sagte Shalom während seines China-Besuches vor Journalisten. Arafat sei über Jahre und Jahrzehnte hinweg „in den Terrorismus verwickelt“ gewesen. Zwar gebe es unter den Palästinensern eine „gemäßigte Führungsriege“, aber solange der PLO-Chef am Leben sei, werde sie sich ihm nicht entgegenstellen.

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