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AR-Chef Pöchhacker verteidigt ÖBB-Boni

Aufsichtsratschef, Horst Pöchhacker, hat die Bonuszahlungen von bis zu 4 Mio. Euro an das ÖBB-Management trotz Verlusten von fast einer Milliarde Euro neuerlich verteidigt.

Die Boni seien nicht nur für “die paar Manager an der Spitze, sondern 270 Mitarbeiter bis in die zweite, dritte Ebene”. “Das ist an sich in Ordnung und dort bilden sich die Probleme am Markt auch ab. Sie kriegen heuer sicher weniger als bisher”, sagte Pöchhacker am Donnerstag im ORF-Morgenjournal. Konzernbetriebsratsvorsitzender Wilhelm Haberzettl bezeichnete die Bonuszahlungen dagegen als “unerträglich” und forderte eine Verkleinerung der Führungsmannschaft.

Die Bonuszahlungen seien das Ergebnis der vor Jahren begonnenen Umstellung auf leistungsabhängige Gehaltskomponenten, erklärte Pöchhacker. Einen internationalen Vergleich mit der Wall Street halte die Bahn aus, weil die Bahn “sehr durchschnittliche Gehälter” und hervorragende Leute “vom Manager bis zum Schienenritzenkratzer” habe.

Auch die hohen Schulden der ÖBB von zuletzt schon 14,1 Mrd. Euro sieht Pöchhacker gerechtfertigt. Da stecken “die ganzen Investitionen drinnen, sowohl für die Trassen wie für das Material. Und wenn wir die Politik weiter verfolgen wollen, was vernünftig ist, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, dann brauchen wir die Investitionen und diese Schulden”, sagte er. Ab 2020 werde die Bahn dann beginnen, den Schuldenstand abzubauen.

Haberzettl sagte im Ö1-Mittagsjournal die Boni seien in Zeiten, in denen der Konzern mit über 900 Millionen Negativum abschließe, keine vertragliche, sondern “ausschließlich eine moralische Frage”. Hier werde es noch “eine ordentliche Diskussion” geben. “Und in Wirklichkeit ist es für mich unerträglich, dass ein Manager nicht bereit ist, auf einen Euro zu verzichten, aber gleichzeitig von den Beschäftigten fordert, sie sollen 200 Millionen Euro Einsparpotenzial lukrieren”, sagte Haberzettl. “Das wird nicht möglich sein mit uns.”

Details zu den neuen Sparabsichten kenne er noch nicht. Einen Aufnahmestopp, wie ihn ÖBB-Chef Peter Klugar gestern angekündigt hat, könne es nach Ansicht des Konzernbetriebsratschefs in manchen Bereichen geben, bei Lokführern oder im Verschub werde es sich die Bahn aber nicht leisten können, auf Ausbildung zu verzichten. Gleichzeitig habe die Bahn “eindeutig zu viele Chefs” und bei jeder Ausgliederung würden zwei neue Geschäftsführer- oder Vorstandsposten geschaffen. Von den derzeit 24 Managerposten könnten nach Meinung Haberzettl sechs eingespart werden.

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