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Apotheken-Check: Warum Corona-Schnelltests nicht überall gleichviel kosten

VOL.AT hat nachgefragt, warum Selbsttests nicht überall gleich viel kosten.
VOL.AT hat nachgefragt, warum Selbsttests nicht überall gleich viel kosten. ©VOL.AT/Mayer, Canva Pro
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Corona-Schnelltests variieren im Preis: Warum zahlen manche Apotheken mehr und in anderen weniger? VOL.AT hat zwei Apotheken vorbeigeschaut und nachgefragt, was hinter den Preisunterschieden steckt.

Die Coronazahlen steigen wieder und dementsprechend will man sich auch wieder sicherheitshalber testen. Man fährt also in die nächste Apotheke und kauft sich einen Schnelltest. Dabei fällt auf: Coronatests kosten nicht überall gleichviel. Während man in manchen Apotheken etwa 9,90 Euro für fünf Tests zahlt, sind es in anderen sogar 17,50 Euro. Doch wieso ist das so?

Warum kosten Selbsttest nicht überall gleich viel? ©VOL.AT/Mayer

9,90 Euro für fünf Tests in Hard

In der Lotos Apotheke in Hard gab es beim VOL.AT-Lokalaugenschein nur Einzelpackungen mit Schnelltests. Eine solche Packung kostete 4,70 Euro. Aber auch Fünfer-Packungen gibt es, wie Nicole Jacobs erklärt: "Wir haben jetzt die Fünfer-Selbsttests zum Preis von 9,90 Euro."

Die Lotos-Apotheke in Hard. ©VOL.AT/Mayer
Ein einzelner Schnelltest kostet hier 4,70 Euro, fünf Stück kosten 9,90 Euro. ©VOL.AT/Mayer
©VOL.AT/Mayer

"Manche kaufen nur kleine Mengen, dann ist es teurer"

Für die Tests gebe es keine Preisbindung, so Jacobs. "Bei Arzneimitteln gibt es einen fixen Preis, da darf man nicht drüber gehen, aber man kann drunter gehen. Bei Selbsttests hängt es davon ab, wie der Apotheker das einkauft", gibt sie zu verstehen. "Manche kaufen nur kleine Mengen, dann ist es teurer im Einkauf, auch teurer im Verkauf." Man habe sich in der Lotos-Apotheke dazu entschieden, mit dem Preis relativ niedrig zu bleiben, so Jacobs. "Weil man denkt, es soll sichs jeder irgendwo leisten können", so die Apothekerin. Die Tests seien momentan gefragter, daher kam es in der Apotheke am Dienstag bei den Fünfer-Tests vorübergehend zu einer Verzögerung. Vormittags gab es vorübergehend nur Einzelpackungen, ab Mittag auch wieder 5er.

Die Lebensquell-Apotheke in Haselstauden. ©VOL.AT/Mayer

17,50 Euro für fünf Tests in Dornbirn

Auch in der Lebensquell-Apotheke in Dornbirn Haselstauden hat VOL.AT vorbeigeschaut. Dort legt man aktuell für eine Fünfer-Packung Selbsttests 17,50 Euro hin. Wie viel ein Test koste, komme darauf an, wie man einkaufe, so die Auskunft in der Apotheke gegenüber VOL.AT. "Es gibt nicht überall die gleichen Tests und es kaufen sie auch nicht alle Apotheken am gleichen Ort und in gleichen Mengen", gab eine Mitarbeiterin zu verstehen. Das alles wirke sich auf den Preis der Test aus.

Fünf Tests kosteten hier 17,50 Euro. ©VOL.AT/Mayer
©VOL.AT/Mayer

"Das hängt von den Einkaufskonditionen ab"

Auch Susanne Schützinger-Österle, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Vorarlberg, kennt die Preisunterschiede. "Das hängt von den Einkaufskonditionen ab. Wenn eine Apotheke jetzt zum Beispiel mehr Tests braucht und größere Mengen kaufen kann, dann wird sie’s günstiger kriegen, als, wenn sie weniger einkauft", gibt sie zu verstehen. "Ansonsten können es natürlich unterschiedliche Firmen sein. Das ist überall so: Sie können Tempo kaufen, sie können Feh kaufen", zieht sie den Vergleich zu Papiertaschentüchern.

©MEDIArt | Andreas Uher

Ob teurer oder billig: "Es erfüllen alle ihren Zweck"

Wieviel ein Selbsttest kostet und von welchem Hersteller er ist, tut laut der Vizepräsidentin der Apothekerkammer Vorarlberg nichts zur Sache: "Es erfüllen alle den Zweck, aber sie haben unterschiedliche Preise je nach Marke", betont sie. Jede Apotheke sei wirtschaftlich eigenständig: "Das muss jeder selbst einkaufen und hier gibt es in dem Sinn keine Einkaufsgemeinschaften", so Schützinger-Österle gegenüber VOL.AT. "Es gibt Tests, die testen nur auf Covid und es gibt Tests, die testen auf Covid, auf Influenza A und B und auf RSV. Vielleicht ist auch dadurch der Preisunterschied entstanden." Lieferschwierigkeiten bei Corona-Tests war ihr nichts bekannt. Diese könne es wieder geben, wenn der Bedarf an Tests steige.

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(VOL.AT)

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