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Ansitz am Steilhang

©Norman Radon, Stefan K. Hauer
Bildstein - Der Ansitz – Hochsitz für einen Jäger in geringer Bauhöhe – dient dem Witterungsschutz und der Deckung. Er ermöglicht nebst guter Aussicht, Schutz und Rückzug zur Konzentration.
Ansitz am Steilhang

Knapp 800 Einwohner zählt die Gemeinde Bildstein, die vor allem durch die frühbarocke Wallfahrtskirche des Bregenzer Baumeisters Michael Kuen Anziehungspunkt vieler Tagesreisender ist. Kontemplatives Einkehren, aber auch kirchliche Feste und solche der Familie sind Alltag in der Gemeinde, die für viele Gäste auch Ausgangspunkt ist für Wandertouren und Spaziergänge. Sportlichere erklimmen die steilen Wege mit den Rädern. Knapp außerhalb des Ortszentrums und eingebettet in einen der Steilhänge, thront nun ein weiterer Ansitz in einer kleinen Siedlung. Wer hier wohnt, hat Aussicht über das gesamte Rheintal. Vom Säntis bis zum Bodensee schweift der Blick.

Es ist ein elitärer Wohnraum, der hier entstanden ist. Der Bauherr ist seit Langem Unternehmer und suchte einen Ort, um sich niederzulassen, seinem Hobby, der Jagd, nachzugehen und ruhigere Tage zu verleben. Die Familie, zugezogen aus dem Süddeutschen, empfängt gern Gäste, die auch gern einmal länger bleiben dürfen, wie der Bauherr erzählt. Dafür braucht es Rückzugsräume, getrennte Bäder, viel Platz. „Meine Frau stammt aus einer Architektenfamilie“, erzählt der Bauherr. „Eine minimalistische Grundstruktur war ihr wichtig, offene Räume, wenige, durchgängige Materialien, hohe, lichte Räume.“ Mit diesen Vorgaben konnte sich Karin Aicher vom Büro Aicher ZT GmbH in Dornbirn gut anfreunden. Ausgewählt nach vorhergehender Internetrecherche war den Bauherren ein regional ansässiges Architekturbüro wichtig, das dennoch eine „internationale“ Sprache spricht.

Situiert an einem der Steilhänge von Bildstein gräbt sich der markante, ausladende Baukörper in das Ortsgefüge ein, dehnt sich in die Fläche, breitet sich elegant und selbstbewusst aus. Erreichbar ist das Gebäude vom Dorfkern aus mit einer kleinen, privaten Zufahrtsstraße. Die Hanglage, Nachbarschaft, der umliegende Naturraum und die Aussichtsmöglichkeit(en) waren wichtigste Parameter für den Entwurf. Material und Form spiegeln die Vorlieben der Bauherrenfamilie wider. Wenige Materialien, durchgängig verwendet, und Präzision in der Verarbeitung machen den Baukörper außen wie innen klar und stringent.

Zwei Geschoße, nach hinten geschlossen, nach vorne durch ausladende Fensterfronten offen, bilden die Grundstruktur des Gebäudes. Die Grundfunktionen sind vertikal gestapelt. Oben Schlafen, unten Wohnen. Im Inneren erschließt sich der Raum durch zwei Eingänge. Der eine für das Hobby der Familie, die Jagd, die mit eigenen Räumen ausgestattet und mit dem Garagenteil verbunden ist. Der zweite für Alltag und Gäste – ein stattlicher Empfangsraum mit viel Platz, an den sich die Schlaf- zone anschließt, die zum Tal hin ausgerichtet ist. Einheitlich gestaltet durch eine mit Nussholzfurnier überzogene Wand führt ein schmaler Gang zu Schlafzimmern und Bädern. Der Wohnbereich findet im unteren Geschoß seinen Platz und ist als offene Zone mit Wohn-, Ess- und Kochbereich sowie großzügigen Außenräumen konzipiert. Eine einläufige Treppe führt dorthin. Der Blick wird nach oben gezogen, zu Oberlichtern, die knapp zwei Etagen höher liegen und dem Haus eine gewisse Dramatik verleihen. Diese Höhe lässt sich von außen kaum vermuten. Die raumhohe Glasfassade holt die Landschaft in den Innenraum und die integriert die Außenbereiche in den Essbereich, wobei der eigentliche Wohnraum blickgeschützt und daher nicht durchgängig verglast wurde.

Blickfang, von außen wie innen, ist ein 13 Meter langer, auskragender Sichtbetonpool. Kein Geländer stört den Blick ins Tal. Der umlaufende schmale Servicegang wurde so angelegt, dass er beim Schwimmen und auf der Terrasse nicht zu sehen ist. Zu sehen sind Wasser und Himmel, keine Technik. Ebenso bleibt der Ausblick frei von Absturzsicherungen durch abgetreppte Pflanztröge aus Beton, die – im Sommer verwachsen – die Terrasse zonieren und die sonst so reduzierte Ästhetik natürlich brechen.

Daten & Fakten

Objekt Haus Bildstein, Wohnhaus in Bildstein
Architektur Aicher ZT, Dornbirn, www.aicher-zt.at
Statik Mader und Flatz ZT, Bregenz
Ingenieure/Fachplaner Geotechnik: 3P Geotechnik, Bregenz
Planung 2011–2012
Ausführung Herbst 2012–Frühling 2014
Grundstücksgröße 1350 m²
Wohnnutzfläche ca. 300 m²
Keller 32 m²
Bauweise Massivbauweise, Sichtbeton glatt geschalt und gestockt mit Foamglas – Innendämmung, raumhohe Glasfassaden an der Westseite; Ost- und tw. Nordfassade: Rhombus-Holzverschalung; Dach begrünt; Sonnenkollektoren und Oberlichtband, Innenwände und -decken: Glattputz, Böden: Jura-Naturstein, Schlafbereiche Nussdielen, Heizung: Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung
Besonderheiten Haus und Außenbereich folgt dem Gelän-
deverlauf, offener Wohnbereich mit räumlich getrennten Zonen, jedem Schlafzimmer ist ein Bad zugeordnet, natürlich belichtete Galerie als vertikale Erschließung, Verschmelzung von Wohnbereich mit Außenbereich, großzügige Überdachungen für Nutzung in Übergangssaison und Hochsommer, auskragender Pool mit dreiseitigem Überlauf, abgetreppter Loungebereich
Ausführung Baumeister: Zimmermann, Bregenz; Zimmerer: Holzbau Böhler, Wolfurt; Fenster: Fenster Böhler, Wolfurt; Tischler: Matt, Lauterach; Innenausbau: Format, Lauterach; Böden: Fechtig Parkett, Andelsbuch; Heizung/Lüftung: Würschinger, Lindau; Elektro: Theurer, Wolfurt; Pooltechnik: Giesinger, Wolfurt; Spengler: Rusch, Bregenz; Naturstein: Loacker, Lustenau; Kamin: Seewald, Götzis; Schlosser: Kalb, Dornbirn; Benzer, Hohenems; Simeoni, Andelsbuch

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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Mit freundlicher Unterstützung durch Arch+Ing

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