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Anschober: "Nächste Öffnungen nach Ostern"

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Die Regierung hat am Montag umstrittene erste Lockerungen in Aussicht gestellt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober war dazu Gast im ZIB2-Studio. - Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner will die am Montag angekündigten Öffnungsschritte "verantwortungsbewusst und mutig" angehen.
Was ab 15. März möglich sein wird

Gesundheitsminister Rudolf Anschober war am Montag zu Gast im ZIB2-Studio bei Armin Wolf, um Details zu den weiteren Öffnungsschritten zu verkünden.

"Wieso gehen die Gastgärten Ende März wieder auf, obwohl die Experten von Lockerungen abgeraten haben?", fragte Moderator Armin Wolf den Gesundheitsminister gleich zu Beginn. "Die Hochrisikogruppen sind bis Ostern alle geimpft", antwortete dieser. Daher solle nach Ostern der „Öffnungskurs Schritt für Schritt fortgesetzt werden".

Anschober: „Wir wollen Ostern gut erreichen ohne explosive Erhöhungen der Zahlen. Wenn alles davor gut geht, ist der nächste Schritt die Kultur Mitte April.“ Wenn es zu exponentiellem Wachstum bei den Corona-Zahlen komme, werde man aber auf die Lockerungen verzichten müssen, sagte der Gesundheitsminister im Gespräch mit Armin Wolf.

Für 15. März ist die nächste Evaluation angesetzt.

Gedulden müssen sich weiterhin die Hotellerie, die Kultur und die Gastronomie in Innenräumen.

Vorarlberg sperrt am 15. März auf

Vorarlberg darf das Aufsperren bereits im größeren Stil planen, auch wenn die Zahlen mit knapp 70 Infektionen auf 100.000 Einwohner weit vom ursprünglichen Ziel von 50 entfernt sind. In Vorarlberg dürfen aufgrund einer stabilen Infektionslage bereits ab 15. März Gastronomie, Kultur und Sport öffnen.

Die Gastronomie soll mit 15. März nicht nur outdoor, sondern auch in Innenräumen öffnen. Dazu kann sich Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) Schritte in der Kultur vorstellen, etwa was Jugend-Kapellen betrifft. Bis zum Start wünscht sich der Landeschef dann auch effektivere Test-Möglichkeiten. Sehr verantwortungsvoll und mutig will Wallner vorgehen.

Wallner: "Machen das verantwortungsbewusst und mutig"

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) will die am Montag angekündigten Öffnungsschritte "verantwortungsbewusst und mutig" angehen. Es seien einige Grundsatzeinigungen erzielt worden, die Details müssten in den nächsten Tagen verhandelt werden. Es folge nun eine "intensive Vorbereitungsphase" bis 15. März. Auch von Expertenseite sei bestätigt worden, dass die Sieben-Tages-Inzidenz Vorarlbergs - 73,3 - eine Öffnung zulasse, so Wallner gegenüber der APA.

Wallner beschrieb die Verhandlungen in der Bundeshauptstadt als "nicht einfach", letztlich könne man aber nicht ewig im Lockdown verharren. Das Land habe seine Hausaufgaben gemacht, sei mit dem voll digitalisierten Contact Tracing "sehr schnell". Besonders erfreut zeigte sich Wallner über die Einigung, die Gastronomie in Vorarlberg zum 15. März wieder vollständig zu öffnen, also auch indoor. Zutritt werde nur haben, wer einen negativen Corona-Test vorweisen könne. Diesbezüglich sei vereinbart worden, dass auch Selbsttests als Zutrittstests Gültigkeit haben werden - was aktuell nicht der Fall ist. Selbstverständlich gelte es in den kommenden Tagen entsprechende Vorarbeit zu leisten. Insbesondere müssten Selbsttests registriert werden können, vor allem müsse das System fälschungssicher gestaltet werden.

"Irgendwann muss man diesen Schritt probieren", betonte der Landeshauptmann. Sollte der Versuch mit den Selbsttests klappen, so könnte das laut Wallner der "Beginn einer Änderung im Testwesen" sein. Wallner wies auch darauf hin, dass die Gastronomie sehr auf eine Öffnung gedrängt habe, nun nehme er sie auch in die Pflicht: "Jetzt heißt es anpacken!"

Kultur-Neustart in Vorarlberg vielleicht schon am 15. März

Die Verwirrung um eine künftige Lockerung der derzeitigen Kultur-Lockdown-Bedingungen ist prolongiert. Zwar korrigierte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montag noch im Laufe der Pressekonferenz der Bundesregierung selbst und sprach von Öffnungsschritten im April statt wie zuvor im Mai, was die für 15. März angekündigten Öffnungen in der "Pilotregion" Vorarlberg für die Kultur bedeuten, blieb vorerst vage.

Vor 14 Tagen hatte die Bundesregierung Lockerungen im Bereich des Veranstaltungswesens "rund um Ostern" in Aussicht gestellt und erneute Beratungen für 1. März angekündigt. Trotz steigender Infektionszahlen sollen Gastgärten nun zu Ostern wieder öffnen können, von der Kultur, deren Gleichbehandlung mit der Gastronomie zuletzt außer Streit stand, war dabei jedoch keine Rede. "Alles, was outdoor stattfindet, ist besser als indoor", meinte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) allerdings fast gleichlautend mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Ob damit auch Open-Air-Veranstaltungen früher erlaubt sein werden, ist unklar.

Eine Präzisierung der von Kurz auch für die Kultur in Vorarlberg per 15. März angekündigten Öffnungsschritte durch den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) unterblieb. Man konnte den Eindruck gewinnen, es sei dabei vor allem an Jugend- und Kinderkultur gedacht. "Das ist albern", kommentierte dies die Intendantin des Vorarlberger Landestheaters, Stephanie Gräve, gegenüber der APA und zeigte sich "vollkommen überrascht": "Ich weiß noch nicht, was das bedeutet." Sie könne sich nicht vorstellen, dass sie Produktionen nur Schulklassen, nicht aber den Abonnenten des Theaters anbieten dürfe. Zudem sei die kleine Spielstätte des Hauses, in dem vor allem Kinderstücke liefen, unter den derzeitigen Pandemie-Bedingungen bloß für 28 Besucher zugelassen.

Wirte enttäuscht: Gastgarten-Öffnung zu Ostern reicht nicht

Österreichs Gastronomie ist von den Entscheidungen der Bundesregierung schwer enttäuscht. Die Öffnung der Gastgärten zu Ostern reiche nicht. Viele Betriebe hätten keinen Außenbereich oder dieser sei zu klein, um die Öffnung wirtschaftlich darstellen zu können, sagte Wirte-Sprecher Mario Pulker am Montagabend zur APA. Er forderte eine Aufstockung der Hilfsgelder. Die Gastronomie ist seit 17 Wochen geschlossen, Pulker geht nun davon aus, dass mindestens weitere sechs Wochen dazukommen.

Die Öffnung der Schanigärten mit Beginn der Osterferien am 27. März sei "ein Tropfen auf dem heißen Stein" und "ein Schlag in die Magengrube", beschrieb Pulker die Lage. Noch während die Pressekonferenz mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) lief, hätten ihm viele Gastronomen entsetzte Nachrichten geschrieben. Es gehe eine Aufschrei durch die Branche, so Pulker.

Für die Gastronomie in Innenräumen sowie für die Hotels hat die Regierung am Montagabend den April als Ziel für weitere Öffnungsschritte genannt, jedoch kein konkretes Datum. Pulker sagte, er hätte damit leben können, wenn die Regierung bei erneuten Beratungen am 15. März eine Öffnung mit 1. April ins Spiel gebracht hätte. "So aber werden wir weiter blind zurückgelassen", monierte der Branchenvertreter. Auch für die Hotellerie gebe es "null Perspektive". Sowohl der Gastronomie als auch dem Tourismus würden deshalb die Mitarbeiter davonlaufen.

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(APA) (Red.)

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