Anschlag auf Guardia Civil auf Mallorca mit zwei Toten

Ein Anschlag vor einer Kaserne der paramilitärischen Guardia Civil hat am Donnerstag auf der spanischen Ferieninsel Mallorca zwei Todesopfer gefordert. Die beiden Beamten der Guardia Civil seien gestorben, als ihr Patrouillenwagen in Palmanova explodiert sei, berichteten die örtlichen Behörden.
Explosion vor Polizeikaserne in Mallorca
Tote nach Bombenanschlag auf Mallorca

Entgegen ersten Medienberichten gab es keine weiteren Verletzten, wie ein Behördenvertreter laut der Internetausgabe des Blattes “El Pais” am Ort des Anschlages mitteilte.

Nach dem Attentat sperrten die spanischen Behörden alle Flug-, See- und Jachthäfen der Ferieninsel ab. Flugzeuge und Schiffe dürften die Balearen-Insel nicht mehr verlassen, teilte die Präfektur am Donnerstag mit. Damit sollen die mutmaßlichen Attentäter am Verlassen der Insel gehindert werden.

Nach Angaben der Fluglinie Air Berlin, die ein Drehkreuz in Palma de Mallorca hat, und der deutschen Flugsicherung soll der Flughafen bis 22.00 Uhr gesperrt bleiben. Der Flughafen von Palma ist während der Feriensaison einer der Airports mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa. Nach Angaben des Flughafens hätten dort allein am Donnerstag insgesamt 660 Flugzeuge mit 86.900 Passagieren starten und landen sollen.

Der Anschlag ereignete sich in einer beliebten Touristengegend unweit des Strandes, berichteten die Behörden der Gemeinde Calvia laut der Internetausgabe der Zeitung “El Mundo”. Laut Augenzeugen wurden auch umgebende Gebäude beschädigt. In der Nähe gebe es mehrere Hotels. Palmanova liegt rund 15 km westlich vom Insel-Hauptort Palma und gilt als Hochburg britischer Touristen. Zudem sollte nach Angaben der Zeitung “La Vanguardia” ab kommenden Samstag die spanische Königsfamilie ihren Sommerurlaub auf der Insel beginnen.

Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez erklärte, alle Anzeichen ließen auf einen Anschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA schließen. Sie verurteilte den “schrecklichen Anschlag” auf das Schärfste.

Die EU-Kommission verurteilte das Attentat ebenfalls. “Die spanischen Institutionen und Behörden sollen wissen, dass sie im Kampf gegen den Terrorismus die uneingeschränkte Unterstützung der Europäischen Kommission haben”, erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag.

Erst am Vortag hatte ein Anschlag im nordspanischen Burgos, der ebenfalls ETA zugeschrieben wurde, rund 60 Verletzte gefordert. Am morgigen Freitag ist der 50. Gründungstag der terroristischen Gruppierung, die mit vollem Namen “Euskadi ta Askatasuna” (Baskenland und Freiheit) hießt. Sie kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich.

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