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Anrainer: Klage wegen "Schneekanonenlärm"

Die Klage einer Urlauberin bereitet den Bergbahnen in Flachau im Pongau Sorgen. Die Pistenanrainerin will den nächtlichen Betrieb der Schneekanonen verhindern.

Im Oktober brachte sie beim Landesgericht Salzburg eine Klage auf Unterlassung ein. Sie fühlt sich durch den Lärm in ihrer Nachtruhe gestört, stand heute, Freitag, auf der Homepage des ORF Salzburg.

Bergbahnen-Chef Ernst Brandstätter hofft, die Kontroverse außergerichtlich lösen zu können. Er verstehe die Argumentation der Zweitwohnungsbesitzer nicht, meinte er gegenüber der APA. Sie hätten ja gewusst, dass sich die Piste rund 300 Meter von ihrem Standort entfernt befinde. “Zuerst bauen sie sich her, um vom Haus weg Skifahren zu können, und dann schränken sie uns ein.”

Die Forderung der Klägerin, nur während des Tages zu beschneien, könne nicht erfüllt werden. Das wäre der Ruin für die Seilbahnen. “Zu Weihnachten, wenn der Hauptteil der Gäste da ist, sind ohnehin schon 90 Prozent der Schneekanonen garagiert. Wir beschneien dann nur noch punktuell.”

Vor der Hauptsaison würden etwa 14 Tage lang die Pisten beschneit, bei einer Temperatur ab minus vier Grad. Nur am Tag zu beschneien, sei ein “Ding der Unmöglichkeit”, betonte Brandstätter. Da laufe der Skibetrieb und es sei auch weniger kalt. Für die Beschneiung sind die Maschinen im Normalfall von 21.00 bzw. 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr früh in Betrieb. “Das ist in ganz Österreich so.” Manchmal müsste man noch ein bis zwei Tage in den Weihnachtsferien beschneien, um die Talabfahrt zu gewährleisten.

Im Nahbereich der Flachauer Piste stehen 200 Häuser. Die Urlauberin ist bisher die einzige, die eine Klage eingebracht hat. Diese wohne aber am weitesten von der Piste entfernt, sie sei auch nicht bei der behördlichen Versammlung dabei gewesen, sagte Brandstätter. Falls der Streit nicht bereinigt wird, könnte es im Februar zu einer Gerichtsverhandlung kommen.

Das Urteil habe präjudizierende Wirkung. Gehe die Verhandlung zum Nachteil der Bergbahnen aus, “hätte das dramatische Auswirkungen für die ganze Tourismuswirtschaft”, befürchtete Brandstätter. Dann könne die Schneesicherheit nicht mehr garantiert werden. Letztendlich wären allein in Flachau 1.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Die Flachauer bangen auch um ihren Status als Weltcup-Veranstaltungsort: Aufgrund der Klage steht beispielsweise ein bereits fixiertes Nachtrennen im Jänner 2010 auf dem Spiel.

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