Anklage: Gezinkte Karten in Vorarlberger Spielcasino

Unrechtmäßiger Bruttogewinn von 97.500 Euro erzielt
Unrechtmäßiger Bruttogewinn von 97.500 Euro erzielt ©VOL.AT bzw Bilderbox
Bregenz - Verdacht auf Betrügereien bei Kartenspiel: Fünf angeklagte Chinesen sollen im Bregenzer Casino 95.000 Euro ergaunert haben.

Am 6. August wurden die fünf chinesischen Gäste des Bregenzer Spielcasinos verhaftet. Seitdem befinden sich die vier Männer im Alter zwischen 42 und 51 Jahren sowie die 40-jährige Frau in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft. Der Feldkircher Staatsanwalt Manfred Melchhammer hat die fünf Chinesen wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft angeklagt. Die Angeklagten bestreiten die Betrugsvorwürfe. Für den Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch gibt es noch keinen Verhandlungstermin.

Der Staatsanwalt wirft den Angeklagten vor, sie hätten sich organisiert und am 4. und 5. August mit gezinkten Karten beim Kartenspiel Macau Baccarat das Casino um insgesamt 95.520 Euro betrogen. Demnach soll einer der Beschuldigten während des Spielens an Karten Markierungen angebracht und andere Karten leicht geknickt haben. Mit 33.000 Euro soll die Frau den höchsten regelwidrigen Gewinn erzielt haben. Bei der 40-jährigen Chinesin wurden bei ihrer Verhaftung 50.000 Euro sichergestellt. Am 6. August sei es bis zu den Festnahmen bei Betrugsversuchen geblieben, heißt es in der Anklageschrift.

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Die Angeklagten, die das Zinken von Karten bestreiten, werden aus Sicht des öffentlichen Anklägers etwa durch Videoaufnahmen des Casinos überführt. Auch der Spielverlauf spreche gegen die Beschuldigten, meint der Staatsanwalt: Die Beschuldigten hätten erst dann mit hohen Spieleinsätzen gespielt, nachdem sie die Karten manipuliert hätten. Bei mehreren Spielrunden hätten sie mit ihren Manipulationen jeweils mehr als 5000 Euro erbeutet.

Dem von Nicolas Stieger verteidigten Erstangeklagten wird zusätzlich die Verwendung eines gefälschten chinesischen Reisepasses zur Last gelegt. Der 51-Jährige ist der Lebensgefährte der 40-jährigen Fünftangeklagten. Als vorbestraft gilt nur der 42-jährige Drittangeklagte, der in Italien drei Mal verurteilt wurde.

Die fünf Chinesen wurden von einem slowenischen Spielcasino mit Hausverboten belegt. Der 48-jährige Zweitangeklagte wurde im Bregenzer Casino heuer bereits am 7. Jänner und 28. Juli als Gast registriert.

Die fünf Angeklagten haben an den zwei Tagen im August in Bregenz laut Anklageschrift mit ihren Betrügereien einen unrechtmäßigen Bruttogewinn von 97.500 Euro erzielt. Der Staatsanwalt hat davon 1420 Euro für Spieleinsätze und 560 für Trinkgelder abgezogen und so den Schaden mit 95.520 Euro beziffert.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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