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Anke Engelke mag nicht alles an Marge

©AP
Komikerin Anke Engelke (41) ist eigentlich auf der Bühne und vor der Fernsehkamera zu Hause. Sie ist die neue Synchronstimme von Marge aus der TV-Serie „Die Simpsons“.

So zieht sie sich jetzt regelmäßig ins Aufnahmestudio fern jeder Öffentlichkeit zurück. Auch in Matt Groenings erstem Kinofilm um die gelbe Zeichentrickfamilie aus den USA ist Engelke als Mutter Simpson zu hören.

Aber nicht alle Eigenschaften der Zeichentrick-Marge, die sich stets für ihren Mann Homer und die Kinder Bart, Lisa und Maggie aufopfert, passen ins Lebensbild von Engelke, wie die Entertainerin im dpa-Interview sagte. Engelke folgte als Synchron-Sprecherin der im vergangenen Juli gestorbenen Schauspielerin Elisabeth Volkmann nach. Am 26. Juli startet “Die Simpsons – Der Film“ in den heimischen Kinos.

Frage: Sie sprechen Marge Simpson, die vor allem für ihre ausgeflippte Familie lebt und ihre eigenen Interessen meist zurück stellt. Welche Eigenschaften von Marge schätzen Sie und welche weniger?

Engelke: “Marge hat eine zentrale Eigenschaft, die auf der einen Seite liebenswert, auf der anderen aber “echt beknackt“ ist – nämlich ihre Toleranz Homer und teilweise auch Bart gegenüber. Marge ist sehr reduziert auf die Hausfrauen- und Ehefrauen-Nummer. Das sind zwei Mörder-Jobs, aber dafür bekommt sie keine Anerkennung. Doch es ist Land in Sicht, denn der Film greift dieses Thema auf. Auch Marge kommt an den Punkt, an dem sie sich fragt: Wie weit geht Toleranz? Wie sehr muss eine Frau in einer Beziehung die Rolle des “Auffangnetzes“ spielen? Das ist im Film eine sehr gefühlvolle und pathetische Szene – eine Szene, die die Menschen hoffentlich sehr berühren wird, weil Marge Simpson endlich mal die “Hosen runterlässt“ und sagt “So, was läuft hier eigentlich schief in dieser Ehe?“.

Wie halten die Simpsons-Macher um Matt Groening im Film die Waage zwischen “Haudrauf“-Humor und subtilem, gesellschaftskritischem Witz?

Engelke: “Es ist so politisch, wie man es gerne hat als Erwachsener. Obwohl auch die Kiddies lachen, können sich die Erwachsenen über den intelligenten und extrem gesellschaftskritischen Humor freuen. Und das obwohl die Autoren nach Test-Screenings vor Publikum Szenen rausgeschmissen haben, die ihnen selbst besonders gut gefallen haben. Bei manchen Gags, bei denen sich die Autoren in der letzten Reihe vor Lachen weggeschmissen haben, war Totenstille im Auditorium. Wenn die Filmemacher gemerkt haben, das Publikum nimmt die Szenen nicht an, dann haben sie sie herausgeschnitten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Matt Groening und seine Leute so sehr danach richten, was die Leute mögen und was nicht. Aber sie haben wohl die Freiheit zu sagen, wir haben so viele Gags in der Tasche, sucht euch die aus, die euch am besten gefallen – und daraus machen wir dann einen Film.“

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