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Angriff auf Abu-Ghraib-Gefängnis

Bei dem Angriff auf das Gefängnis von Abu Ghraib bei Bagdad sind am Wochenende nach Angaben des US-Militärs etwa 80 Menschen ums Leben gekommen. Zuvor war von nur einem Toten die Rede gewesen.

Auf Seiten der Angreifer seien es schätzungsweise 50 Opfer gewesen, sagte ein Militärsprecher am Montag in Bagdad. Zudem seien bei der als „gut koordiniert“ beschriebenen Aktion 23 US-Soldaten und 13 Häftlinge verletzt worden. Einen Tag nach dem Anschlag sei außerhalb des Gefängnisses die Leiche eines Angreifers gefunden worden.

Die Gruppe um den jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab al-Zarqawi hat sich in einer im Internet veröffentlichten Mitteilung zu dem Angriff bekannt. Die Rebellen hatten das Gefängnis am Samstag an mehreren Punkten zugleich attackiert, Panzerabwehrraketen und Mörsergranaten eingesetzt und versucht, sich mit einer Autobombe Zugang ins Innere zu verschaffen.

Am Montag sprengte sich abermals ein Mann nahe des Gefängnisses in die Luft. Vier Passanten wurde verletzt. Nach amerikanischen Angaben war zunächst unklar, ob der Attentäter das Gefängnis selbst treffen wollte.

Im Gefängnis von Abu Ghraib waren unter dem Regime des gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein Häftlinge gefoltert und hingerichtet worden. Nach dem Irak-Krieg sorgte ein Skandal um die Misshandlung von Gefangenen durch US- Soldaten in Abu Ghraib weltweit für Entsetzen. Abu Ghraib ist nach US-Angaben ein Gefängnis für 3.400 Häftlinge.

In der nördlichen Provinz Ninive wurden unterdessen nach Angaben der irakischen Regierung 34 Aufständische festgenommen. Die Festnahmen folgten auf eine Durchsuchungsaktion in der Stadt Mossul am vergangenen Freitag, gab die Regierung in Bagdad am Montag bekannt.

In der südirakischen Stadt Kerbala vereitelte die Polizei am Montag einen weiteren Autobombenanschlag. Ein Verdächtiger sei verhaftet worden, teilte die Polizei mit. Bei Gefechten zwischen Rebellen und Sicherheitskräften in Bagdad wurden am Sonntagabend eine Frau und ihr Kind erschossen, wie es am Montag hieß.

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