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Angelika Kirchschlager bezauberte

Schwarzenberg. In der zweiten Schubertiade-Woche geben einander vor allem Weltstars der Opernbühne und des Liedgesangs die Klinke in die Hand. An zwei Tagen hintereinander zeigten die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und der Tenor Michael Schade hohe Liedkunst.

Kirchschlagers Konzert war von besonderem Reiz: Das Musikland Italien zog sich höchst lebendig durch den Nachmittag, die Begleitung der Sängerin war einem Streichquartett anvertraut. Das junge österreichische Hugo Wolf Quartett, das sich längst in die Spitzengruppe gespielt hat, übernahm diese Aufgabe unaufgeregt, aber mit höchster Konzentration in einem warmen, weichen Klang. Und sorgte mit Schumanns drittem Quartett A-Dur und Wolfs „Italienischer Serenade“ auch für eigenständige Beiträge von großer Innigkeit und Klarheit.

Umwerfend natürlich

Kirchschlager setzte in der schwelgerischen Programmrarität „Il tramonto“ von Respighi auf Leuchtkraft und Farbreichtum ihrer Stimme, zeigte Sensibilität und leidenschaftlich strömenden Atem. In köstlichen Miniaturen aus Wolfs „Italienischem Liederbuch“ dagegen war sie die kokett Verliebte, die mit Charme, komödiantischem Talent und umwerfender Natürlichkeit das Publikum begeisterte und zum Schmunzeln brachte. Und gegen Ende mit Technik und Nerven auch den Kampf gegen den „Frosch“ im Hals gewann. Tags darauf Michael Schade, allseits verehrt als weltbester Mozarttenor. Uns genügt, dass er auch zu den Topleuten im Liedgesang zählt und seit seinen Anfängen bei den „Jungen Meistern“ auf Schloss Achberg der Schubertiade die Treue hält, die seine rasante Entwicklung gestützt hat. Schades Abende werden zunehmend zu herausragenden Ereignissen, vor allem seine Charakterisierungskunst ist einzigartig. Für Schubert ist er die Luxusbesetzung.

Glanzvoll

Die 22 Lieder aus Unbekanntem und Populärem ergeben ein Programm voll innerer Spannung. Schade geht das (samt Notenpult!) in lodernder Dramatik, mit fordernder Bühnenpräsenz und müheloser Höhe an. Eine Stimme voller Glanz („An die Leier“), heldischer Töne („An die Entfernte“) und Schmelz („Nähe des Geliebten“). Und man versteht jedes Wort! Zum Weltmeister einer berührenden Pianokultur wird er mit seinem Legato in „Nacht und Träume“ und der zweiten Zugabe aus der „Müllerin“. So hat man das noch nie gehört. Der unvergleichliche Malcolm Martineau erweist sich erneut als fabelhafter, mitdenkender Begleiter. Ein Auftritt, der wieder einmal exemplarisch steht für das tolle Niveau dieses Festivals. Und der Saal jubelt.

Fritz Jurmann

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