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Androsch kritisiert BAWAG

Hannes Androsch, der eine Beteiligung an der BAWAG P.S.K. anstrebt, hat die Kündigung kubanischer Konten durch die Bank scharf verurteilt.

Er sei „sehr unglücklich damit“. Die Vertreter des künftigen US-amerikanischen BAWAG-Eigentümer Cerberus seien “übervorsichtig“ gewesen. Das BAWAG-Management habe “überrascht“ darauf reagiert, beklagte Androsch.

Wäre es nach Androsch gegangen, hätte die BAWAG nicht erst nachträglich, sondern schon vor der Auflösung der Konten um Ausnahme von den US-Auflagen angesucht. Das Verfahren hätte dann zwei Jahre gedauert. Danach hätte die BAWAG die Ausnahme-Genehmigung zur weiteren Betreuung kubanischer Kunden sicher erhalten und sich damit die negative Werbung durch die Kündigung der Konten erspart. „Weil die vielen Exil-Kubaner in Florida werden ihre Bankgeschäfte ja auch nicht unter der Matratzendecke abwickeln“, so Androsch.

An sich sei die BAWAG aber kein Einzelfall. Schließlich habe auch die Raiffeisen nach US-Ermittlungen ihre 50-prozentige Treuhandbeteiligung an der Gashandelsfirma Rosukrenergo aufgeben müssen. Und auch gegen die Investitionspläne der OMV im Iran hätten die USA interveniert. Androsch bezeichnete dies als „Weckruf dafür, dass wir noch mehr Europa brauchen, damit wir als Europa auf einer Augenhöhe mit den USA agieren können“. Vor allem verlangte der Ex-SPÖ -Finanzminister eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Außenpolitik.

Der Industrielle will gemeinsam mit den mit ihm befreundeten Unternehmern Rauch und Marsoner sowie Erhard Schaschl ebenso wie die Österreichische Post, Wüstenrot und Generali dem neuen BAWAG- Eigentümer Cerberus einen Teil der Bank wieder abkaufen. Medienberichte variieren von einem “Österreicher-Anteil“ bis zehn bzw. zwölf Prozent. Nach seiner Beteiligung will Androsch auch in den Aufsichtsrat der Bank einziehen.

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