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Analyse: Wie Covid-19 in Österreich verbreitet wurde

Eine Cluster-Analyse zeigt, wie das Virus übertragen wurde.
Eine Cluster-Analyse zeigt, wie das Virus übertragen wurde. ©APA
An welchen Orten sich sogenannte Cluster bildeten.

Während die ersten Infektionen mit dem Coronavirus nach Reisen auftraten, wurde seit 23. März in keinem einzigen Fall Covid-19 aus dem Ausland importiert. In insgesamt 35,5 Prozent der Fälle verbreitete sich die Erkrankung im Setting Senioren- oder Pflegeheim, betroffen waren Heimbewohner, Pflegepersonal und Folgeerkrankungen im Haushalt der Primärerkrankten, gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz bekannt.

Wintersport, Musikvereine und Fitnessstudios

60 solcher Cluster traten in Senioren, Alters- und Pflegeheimen auf, die insgesamt 1.127 Personen betrafen. 20 Cluster mit 370 Erkrankten ließen sich Freizeitaktivitäten wie Wintersport, der Mitgliedschaft in Chor- und Musikvereinen oder dem Besuch von Fitnessstudios zuordnen, analysierte Daniela Schmid, Leiterin der Abteilung Surveillance und Infektionsepidemiologie der AGES. 40 Cluster mit 280 Personen umfassten Haushalte, wobei in diese Gruppe auch Flüchtlingsheime fallen, wie Schmid ausführte. Kein einziger Cluster konnte dagegen in Schulen und im Bereich des öffentlichen Verkehrs nachgewiesen werden. Bisher gingen in Österreich keine Infektions-Cluster auf Schulen oder Öffis zurück.

Hotspots in Ischgl und an der Uni Innsbruck könnten zusammenhängen

Noch aufgearbeitet werden muss die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Tirol. Nachdem sich allmählich eine Expertenkommission formiert hat, die den Behördenumgang mit dem Infektions-Hotspot Ischgl untersuchen soll, wurde bekannt, dass die beiden Corona-Hotspots Ischgl und Universität Innsbruck im Zusammenhang stehen dürften. Nach einem Bericht des "Kurier" unter Berufung auf den Semiosisblog des Journalisten Sebastian Reinfeldt dürften norwegische Studenten, die positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, auch die Bar Kitzloch in Ischgl besucht haben.

Nach den positiven Testergebnissen der drei Norweger am 6. März sei von ihnen beim darauffolgenden Contact Tracing zunächst kein Zusammenhang zum Kitzloch genannt worden. Nach dem Bekanntwerden der ersten positiven Testung des Barkeepers in Ischgl am Abend des 7. März seien die drei Erasmus-Studenten am 8. März dann nochmals explizit von den Behörden auf das Kitzloch angesprochen und befragt worden, daraufhin bestätigten die drei, dass sie im Kitzloch waren.

(APA/Red.)

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