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Amy Winehouse wird 25

Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, 25 Jahre alt zu werden. Bei anderen grenzt es fast schon an ein Wunder. 

Dass die britische Soulsängerin Amy Winehouse am nächsten Sonntag (14. September) ihr erstes Vierteljahrhundert feiern kann, hat zumindest etwas Überraschendes.

Denn Winehouse zeigt mit ihren Drogen- und Alkoholexzessen geradezu eine zerstörerische Lust am eigenen Untergang. Und mit mindestens ebenso großer Lust wird die Musikerin mit der Bienenkorb-Frisur und dem markanten Lidstrich dabei von der Öffentlichkeit beobachtet.

Trotz ihrer rauchigen, wundervollen Stimme und hochgelobter Songs bringen die meisten Menschen die mittlerweile klapperdürre Frau mit ihrem miesen Gesundheitszustand in Verbindung. Kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens ein Foto von einer blutüberströmten, wankenden oder prügelnden Amy die Sensationsgier der Zeitungsleser befriedigen soll. Der Inhalt ihrer Drogencocktails (Heroin, Crack, Kokain) ist vielen eher ein Begriff als der ihrer Lieder.

Dabei verstehen es nur wenige Stars besser als Winehouse, Drogenabhängigkeit zur Selbstvermarktung zu nutzen – steigt doch ihr Bekanntheitsgrad mit jeder Meldung über neue Ausrutscher und Konzertabsagen. Ähnlich wie Britney Spears in Los Angeles wird Winehouse in London rund um die Uhr von Paparazzi belagert. Mit einem Amy-Foto, je skandalöser desto besser, lassen sich mehrere zehntausend Euro erzielen.

Ihr rebellischer und trotziger Charakter zeichnete sich schon in jungen Jahren ab. Amy wurde im Londoner Norden als Tochter jüdischer Eltern geboren und entdeckte schnell ihre Liebe zur Musik. Doch nach kurzer Zeit flog sie von der Talentschmiede Sylvia Young Theatre School, weil sie sich der Legende nach die Nase gepierct hatte.

2003 machte sie mit ihrem eigenwilligen Kleidungsstil und ihrem Debütalbum “Frank” erstmals von sich Reden. “Ich will sehr berühmt werden und Lieder singen, die die Menschen für fünf Minuten ihren Ärger vergessen lassen”, schrieb Amy in jungen Jahren.

Internationalen Ruhm erreichte sie dann Ende 2006, als ihr Album “Back to Black” mit autobiografischen Hits wie “Rehab” und “You Know I’m No Good” erschien. Es regnete Preise und Kritikerlob, das Album verkaufte sich millionenfach. Ihr Vermögen wird auf mehr als zehn Millionen Euro geschätzt. Doch seitdem gab es kein neues Album mehr, auf Konzerten wurde die oft angetrunkene Sängerin mitunter ausgebuht. Als Niederlage kam hinzu, dass Winehouse eine Abfuhr als Interpretin für den neuen James-Bond-Song bekam.

Als sie im Februar auf Entzug war und mit fünf der begehrten Grammys ausgezeichnet wurde, glimmte Hoffnung auf, sie sei über den Berg. Doch wenig später wurde Amy wieder mit Drogen abgelichtet, Vorladungen bei der Polizei und ein Krankenhausaufenthalt wegen einer Lungenkrankheit folgten. In Interviews hatte sie selbst gestanden, an Essstörungen zu leiden und sich selbst zu verletzen. “Daliegen und weinen”, sagte sie, sei eine häufige Beschäftigung.

Amys Vater Mitch gibt Prognosen über den drohenden Tod seiner Tochter ab. Ihre Mutter soll sich bei ihr schon erkundigt haben, wie sie denn ihre eigene Beerdigung wünsche. Superstars sorgen sich um den Verlust des Musikwunders: “Amy schreibt fantastische Songs, hat Klasse. Ich hoffe, sie kriegt die Kurve”, sagte Rolling-Stones-Urgestein Mick Jagger.

Wenig Stabilität bringt bei all dem Trubel ihre Ehe mit dem ebenfalls drogenabhängigen Blake Fielder-Civil. Um das Klischee einer ordentlichen Rockerehe zu erfüllen, sitzt der gerade eine Gefängnisstrafe wegen Justizbehinderung ab. Doch zuletzt verkündete Winehouse, sie wolle mit ihrem Mann “mindestens fünf” Kinder haben. Vielleicht will sie doch noch länger leben.

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