AA

ÖAMTC-Schutzwege-Test 2010 zeigt Gefahren auf

Während die Unfallzahlen europaweit generell sinken, ist bei Schutzwegunfällen in vielen Ländern ein Ansteigen zu beobachten. Europaweit verunglücken jährlich etwa 8.000 Fußgänger tödlich, ein Viertel davon auf Schutzwegen.

Um die Sicherheit zu erheben und Verbesserungskriterien zu eruieren, startete der ÖAMTC im Rahmen der EuroTest-Reihe gemeinsam mit 16 europäischen Partnerclubs im Jahr 2007 den europäischen Schutzwege-Test. Heuer wurden Schutzwege in 18 Städten (15 Ländern) überprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd. “50 von 270 Schutzwegen, also beinahe ein Fünftel, wurden mit einem Genügend bzw. in einem Fall mit einem ‘Nicht genügend’ beurteilt. Damit wurden heuer mehr Schutzwege negativ beurteilt als im Vorjahr”, fasst ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider zusammen. “Sehr gut” wurde achtmal vergeben, 122 Schutzwege erhielten ein “Gut”, 90 ein “Befriedigend”. Gesamt betrachtet fanden sich die sichersten getesteten Schutzwege in Luxemburg vor Innsbruck und Turin, Schlusslicht ist Belgrad.

Überprüft wurden Schutzwege in Belgrad, Bremen, Brüssel, Florenz, Innsbruck, Lissabon, Ljubljana, Lugano, Luxemburg, Malaga, Nijmegen, Nürnberg, Oslo, Paris, Prag, Split, Turin und Valencia. Getestet wurden pro Stadt 15 Schutzwege, vom Zentrum bis in die Außenbezirke. “Dabei zeigte sich, dass die Schutzwege in der Peripherie im Durchschnitt um etwa 10 Prozent schlechtere Beurteilungen erhielten als jene im Zentrum – und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine gute Wohnlage handelte oder nicht”, stellt der ÖAMTC-Experte fest. Testkriterien waren die Gestaltung der Kreuzung, die Sichtbarkeit tagsüber und nachts sowie die Barrierefreiheit, z. B. die sichere Nutzbarkeit für Sehbehinderte. Bewertet wurde nach dem Schulnotensystem.

Luxemburg, Innsbruck und Turin im Städteranking top

Am sichersten sind Fußgänger in Luxemburg unterwegs, gefolgt von Innsbruck und Turin. “Österreich schneidet damit das dritte Mal in Folge gut ab”, erklärt Schneider. Im Vorjahr lagen Linz und Wien auf Platz zwei und sieben, heuer erhielt Innsbruck für die 15 getesteten Schutzwege ein “Sehr gut”, elf “Gut”, zwei “Befriedigend” und ein “Genügend”. Der Schutzweg an der Kreuzung Wilhelm-Greil Straße / Meraner Straße liegt in der Einzelwertung auf Platz drei. Der sicherste Schutzweg befindet sich in Brüssel: Er überzeugt mit einer guten Gestaltung. “Als besondere Sicherheitskriterien sind eine Gehsteigvorziehung zur Erhöhung der Sichtbarkeit, eine spezielle Beleuchtung des Schutzweges, die den Bereich auch um den Schutzweg beleuchtet, eine Anhebung des Fahrbahnbereichs und ein taktiles Leitsystem für blinde Fußgänger hervorzuheben”, erklärt der ÖAMTC-Verkehrsexperte.

Negativ-Bewertung für Schutzweg in Lugano

Das einzige “Nicht genügend” erhielt ein Schutzweg in Lugano (Schweiz). “Der schlechte Gesamtzustand, eine ungenügende Beleuchtung, die eingeschränkte Sicht für Fußgänger und das Fehlen einer Mittelinsel bei einer großen Querungslänge sowie eine mangelhafte Barrierefreiheit erklären das schlechte Abschneiden”, begründet der ÖAMTC-Experte. Im Städteranking finden sich am unteren Ende der Skala die beiden spanischen Städte Malaga und Valencia vor Schlusslicht Belgrad. Gründe sind der schlechte Zustand der Schutzwege, mangelhafte Absenkungen für die Barrierefreiheit, fehlende taktile Leitsysteme und schlechte Sicht durch parkende Autos und mangelhafte Beleuchtung. “Besonders gefährlich für Fußgänger ist die Kombination aus verparkten Schutzwegen und mangelhafter Beleuchtung, durch die für Fahrzeuglenker die Sicht auf Fußgänger weiter eingeschränkt wird”, betont Schneider.

Stolperstein Barrierefreiheit

Als Stolperstein entpuppte sich in vielen Fällen die mangelhafte barrierefreie Gestaltung der Schutzwege. “Nur 42 Schutzwege erhielten in punkto Barrierefreiheit ein ‘Sehr gut’ oder ‘Gut'”, erklärt der ÖAMTC-Experte. Rollstuhlfahrer haben bei 75 der getesteten 270 Schutzwege Probleme, für sehbeinträchtige Menschen sind es 218.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • ÖAMTC-Schutzwege-Test 2010 zeigt Gefahren auf
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen