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Amerikanerin in Florenz ermordet - Erinnerung an Fall Amanda Knox

Die US-Amerikanerin Ashley Olsen (35) wurde in Florenz ermordet aufgefunden.
Die US-Amerikanerin Ashley Olsen (35) wurde in Florenz ermordet aufgefunden. ©AP
Ein spektakulärer Kriminalfall sorgt derzeit für Aufsehen in Italien: Eine US-Bürgerin wird tot in ihrem Bett in Florenz gefunden. Dringend tatverdächtig ist ein Einwanderer ohne gültige Papiere.
US-Bürgerin in Florenz ermordet

Im Fall der in Florenz getöteten US-Amerikanerin Ashley Olsen (35) hat die italienische Polizei einen 27-jährigen Senegalesen festgenommen. Zeugen hätten ihn mit dem späteren Opfer aus einer Diskothek und später in die Wohnung der 35-Jährigen gehen sehen, sagte Staatsanwalt Giuseppe Creazzo am Donnerstag.

Der weitgehend geständige Verdächtige habe das Mobiltelefon der Toten bei sich gehabt. Am Tatort seien seine DNA-Spuren an einem Zigarettenstummel, einem Kondom und unter den Fingernägeln des Opfers gefunden worden.

Creazzo sagte, die Polizei habe für ihre Ermittlungen auch Aufnahmen einer Überwachungskamera herangezogen, die den Verdächtigen am vergangenen Freitagmorgen gemeinsam mit dem Opfer Ashley Olsen (nicht zu verwechseln mit der US-Schauspielerin, “Olsen-Twins”) auf einer Straße vor der Disco zeigen sollen.

Opfer lag nackt in seiner Wohnung

Einen Tag später wurde O. mit Würgemalen am Hals tot und nackt in ihrem Bett ihrer Mietwohnung im historischen Stadtzentrum gefunden. Ihr Freund hatte den Eigentümer die Tür öffnen lassen, nachdem sie nicht auf seine Anrufe reagiert hatte. Eine Autopsie ergab, dass O. zwei Schädelbrüche erlitt, bevor sie mit einem Kabel oder einem Seil stranguliert wurde. Bereits die Schädelverletzung sei tödlich gewesen.

Verdächtiger aus Drogenszene verhaftet

Creazzo sagte, der Verdächtige und das Opfer hätten Alkohol getrunken, möglicherweise Drogen genommen und einvernehmlich miteinander geschlafen. Ein mögliches Tatmotiv hätten die Ermittler noch nicht herausgefunden. Der Senegalese sei vor einigen Monaten illegal nach Italien gekommen und habe bei der bis Donnerstagmorgen dauernden Vernehmung angegeben, von Gelegenheitsarbeiten wie dem Verteilen von Flyern gelebt zu haben. Er soll den Behörden zufolge in die örtliche Drogenszene verwickelt sein.

Mord nach Sex-Date?

Ihr Freund, der Maler Federico Fiorentini (43), hatte Olsens Leiche am Samstag gefunden. Nach einem Streit hatte er tagelang nichts von ihr gehört und sie telefonisch nicht erreicht. Also ließ er sich die Wohnungstür vom Vermieter öffnen – und fand die Leiche seiner Freundin nackt auf dem Bett. Daneben saß wimmernd ihr Beagle “Scout” in seinen eigenen Exkrementen. Fiorentini versuchte laut italienischen Medien noch, Olsen wiederzubeleben.

Die Wohnung habe wie ein Schlachtfeld ausgesehen, auf einen Kampf habe aber zunächst nichts hingedeutet. Zuerst stand Fiorentini unter Verdacht, sein Alibi sei aber einwandfrei, so die Behörden.

"Wir werden dich niemals vergessen": Freunde nehmen Abschied. (AFP) ©“Wir werden dich niemals vergessen”: Freunde nehmen Abschied. (AFP)

Verdächtiger großteils geständig

Dem Staatsanwalt zufolge hat der nun festgenommene Senegalese die Vorwürfe in wesentlichen Punkten eingeräumt. “Wir haben schwerwiegende Indizien für seine Schuld gesammelt”, sagte Creazzo. Die Staatsanwaltschaft gehe von besonders schwerem Totschlag aus, habe aber noch keine Anklage erhoben. Ob der Verdächtige in Haft bleibe, müsse jetzt ein Richter entscheiden.

Die aus Summer Haven in Florida stammende O. lebte seit drei Jahren in Florenz und galt als aktives Mitglied der dortigen Kunstszene. Sie war ihrem Vater nach Italien gefolgt, der in der Stadt in der Toskana unterrichtet.

Erinnerung an “Engel mit den Eisaugen”

Der letzte spektakuläre Mord an einer in Italien lebenden Ausländerin war jener an der Britin Meredith Kercher in Perugia im Jahr 2007, für den ihre Mitbewohnerin Amanda Knox zeitweise im Gefängnis saß. Die italienischen Ermittler und Gerichte hatten viel Kritik einstecken müssen, nachdem Knox in dem aufsehenerregenden Fall erst verurteilt, dann freigesprochen, wieder verurteilt und in letzter Instanz schließlich doch wieder freigesprochen worden war. (red/APA/dpa)

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