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Amerika-Gipfel: Bush als "Mister Danger"

Zu Hause hat US-Präsident George W. Bush eine schwierige Woche hinter sich. Da könnte er sich eigentlich auf einen Trip zum IV. Amerika-Gipfel im fernen Argentinien freuen. Das Gegenteil dürfte der Fall sein.

Im Seebad Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, wo sich am Freitag und Samstag 34 Staatschefs Nord- und Lateinamerikas versammeln, erwarten den mächtigsten Mann der Welt verhaltene Ablehnung bis offene Feindschaft.

Als „Mister Danger“ und „größte Gefahr für den Weltfrieden“ hat ihn kürzlich Venezuelas Präsident Hugo Chavez tituliert. Keiner der anderen Gipfelteilnehmer wird den US-Präsidenten so offen angreifen. Doch den Kern der Aussage, dass die Welt durch die Politik der Regierung Bush eher unsicherer geworden sei, würde wohl die Mehrheit unterschreiben. Es sei absehbar, dass sich „Bush in Mar del Plata ziemlich einsam fühlen wird“, prophezeit Michael Shifter, Politikwissenschaftler und Lateinamerika-Experte an der Georgetown-Universität in Washington.

Das Ansehen der USA unter Bush in Lateinamerika befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt. Echte Freunde hat der US-Präsident südlich von Texas zurzeit kaum. Stramm auf US-Kurs befindet sich nur Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe, der seinen Krieg gegen die linken Rebellen mit US-Hilfe betreibt. Uribe aber ist kein regionaler Führer. Einer Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Zogby unter lateinamerikanischen Eliten zufolge ist Bush mit nur 25 Prozent Zustimmung noch weniger angesehen als Chavez (29 Prozent) und Kubas Staatschef Fidel Castro (27 Prozent).

Die internationale Politik der USA, vor allem den Krieg im Irak, halten der Umfrage zufolge 86 Prozent für einen schweren Fehler, und das wirtschaftspolitische Steckenpferd von Bush, die amerikanische Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, werde vor allem den USA nützen, meinen 54 Prozent der Befragten. Die Sorge fast aller lateinamerikanischen Länder über die wachsende Armut und die immer größere Kluft zwischen Arm und Reich kommt im Freihandels-Vokabular der Regierung Bush hingegen kaum vor. Über den Entwurf eines Abschlussdokuments stritten die Experten denn auch bis zuletzt und herausgekommen sein dürften nur einige vage und unverbindliche Worte über die grundsätzliche Bedeutung des Handels für Wohlstand und Entwicklung.

Vor allem im Gastgeberland Argentinien ist Bush unbeliebt. Einer Umfrage des chilenischen Meinungsforschungsinstituts Flasco zufolge bewerten 64 Prozent der Bürger von Buenos Aires die Politik der US-Regierung als sehr negativ. Weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass das Thema Terrorismus für die meisten Lateinamerikaner nur eine untergeordnete Rolle spielt, 70 Prozent die USA aber für „imperialistisch“ halten und ebenso viele Befragte dem großen Bruder im Norden eine Gefährdung des Weltfriedens vorwerfen. Der argentinische Präsident und Gastgeber, Nestor Kirchner, ist auch nicht gerade für diplomatisches Feingefühl bekannt. Bush kann höchstens mit höflicher Distanz, aber nicht mit Freundlichkeiten rechnen.

Zudem kann ein „Gegengipfel“ sozialer Protestgruppen auf die Unterstützung des früheren Fußballstars Diego Maradona zählen. Kurz vor dem Gipfel interviewte Maradona noch schnell seinen „Freund“ Fidel Castro. In dem Interview, das vier Tage vor dem Gipfel in Maradonas Fernsehshow „La noche del 10“ ausgestrahlt wurde, rief der kubanische Langzeit-Präsident Bush auf, doch lieber gleich zu Hause zu bleiben.

Demonstranten versammeln sich zum Amerika-Gipfel in Argentinien

Drei Tage vor dem geplanten Amerika-Gipfel haben sich in Mar del Plata bereits tausende Demonstranten versammelt. Sie trafen am Dienstag mit Bussen in der argentinischen Küstenstadt ein, schwenkten rote Fahnen sowie Bilder des berühmten Revolutionärs Che Guevara und bekundeten ihren Protest gegen US-Präsident George W. Bush, den Irak-Krieg und die Globalisierung.

Für Freitag und Samstag werden in Mar del Plata Staats- und Regierungschefs aus 34 Ländern der westlichen Hemisphäre erwartet, darunter auch Bush. Erklärtes Ziel der Demonstranten ist es, aus dieser Versammlung einen „Gipfel des Volkes“ zu machen. Die Organisatoren hoffen nach eigenen Angaben auf 50.000 Teilnehmer bei einer Protestkundgebung zur Ankunft von Bush am Donnerstagabend. Dazu haben sie auch den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez eingeladen, einen scharfen Kritiker der USA.

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