Altach ist in der Bundesliga!

SCR Altach ist Fußball-Meister der Red Zac-Ersten Liga und Aufsteiger in die T-Mobile-Bundesliga. Der Klub von Trainer Michael Streiter setzte sich am Freitag in der vorletzten Runde im Derby gegen Lustenau 1:0 durch. Tabelle  

Mit einem 1:0-Heimsieg gegen Austria Lustenau hat SCR Altach am Freitag in der vorletzten Runde der Ersten Liga den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht. Das entscheidende Tor für die Elf von Michael Streiter erzielte Harald Unverdorben in der 75. Minute, die Rheindörfler sind damit eine Runde vor Schluss nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Nach einer Saison Pause (SW Bregenz stieg im Vorjahr ab und bekam danach keine Lizenz) ist Vorarlberg wieder in der höchsten österreichischen Spielklasse vertreten.

Die Vorentscheidung passierte bereits in der 19. Minute. Golemac, der schon in der 1. Minute Gelb gesehen hatte, kassierte in der 19. Minute nach einem neuerlichen Trikot-Ziehen die zweite Verwarnung und musste vorzeitig unter die Dusche. Sofort übernahmen die Altacher das Kommando und vergaben in der 21. Minute eine Dreifach-Chance, als Jagne mit einem Freistoß die Stange traf, Guem den Abpraller an die Latte setzte und danach Sara per Kopf das Ziel verfehlte. Nach der Pause hielt zunächst Özcan die Lustenauer im Spiel. Der Goalie rettete zweimal (57., 65.) mit spektakulären Paraden gegen Mattle, in der 72. Minute hatte der Keeper bei einem Jagne-Kopfball, der knapp daneben ging, Glück. Drei Minuten später aber musste sich Özcan nach einem Corner von Mader und einem wuchtigen Kopfball von Unverdorben doch noch geschlagen geben. Die Lustenauer konnten danach nicht mehr zusetzen, die einzige Chance der Austria im gesamten Spiel hatte Friesenbichler, dessen Kopfball Krassnitzer parierte.

Drittes Vorarlberger Team überhaupt im Oberhaus

Altach hat 6.243 Einwohner. In den vergangenen Wochen war das Stadion Schnabelholz aber regelmäßig mit mehr Besuchern gefüllt. Ähnlich wird es in der kommenden Saison sein, wenn der SC Rheindorf Altach zum ersten Mal in der Klubgeschichte in der Bundesliga spielt. Die Altacher sind nach SW Bregenz und SC Austria Lustenau erst der dritte Verein aus Vorarlberg, der seit Gründung der Bundesliga 1974 in der höchsten Spielklasse spielt. Zumindest in der kommenden Saison werden Topklubs wie Meister Austria Wien, Red Bull Salzburg und Rekordchampion SK Rapid ins Ländle reisen.

“Wenn wir unser Programm umsetzen, dann können wir auch in der Bundesliga etwas erreichen”, meinte Michael Streiter, der das Traineramt in Altach erst im Vorsommer übernommen und die Vorarlberger auf Anhieb zum Meistertitel geführt hatte. “Die Mannschaft hat genug Qualität, um zu bestehen.” Seine langfristige Vision: ein Bundesliga-Team nur mit österreichischen Spielern. Schon in der laufenden Red Zac-Saison haben die Vorarlberger regelmäßig nur einen Legionär eingesetzt – der hatte allerdings ebenso großen Anteil am Aufstieg wie die starke Heimbilanz im Stadion Schnabelholz. Stürmer Modou Jagne war erst im Winter aus Gambia geholt worden, avancierte dort mit sechs Toren auf Anhieb zum Publikumsliebling. Die Option auf einen Dreijahres-Vertrag mit dem 23-Jährigen ist bereits gezogen. “Auf dem Spielersektor müssen wir aber noch am ehesten handeln”, erklärte Manager Christoph Längle. Fünf bis sechs Spieler werden den Klub im Sommer verlassen. “Der Stamm und das Grundgefüge der Mannschaft bleiben aber erhalten”, versprach Längle und kündigte qualitativ hochwertigen Ersatz an. “Sonst sind wir für die Bundesliga sehr gut vorbereitet.”

Freude beim Trainer

Meister-Trainer Michael Streiter konnte nach dem Schlusspfiff die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ich bin unheimlich erleichtert und habe eine Riesenfreude. Ich habe schon vor Saisonbeginn die Vision gehabt, dass wir es schaffen können, und bin von einigen belächelt worden. Dass es geklappt hat, ist einfach genial“, jubelte der frühere ÖFB-Teamspieler, der sich bei Mannschaft, Funktionären und Zuschauern bedankte.

Der frühere Meisterkicker des FC Tirol hat den Blick bereits auf den ersten Auftritt der Altacher überhaupt in der Bundesliga gerichtet. „Es wäre schön, wenn wir gleich in der ersten Runde daheim gegen Red Bull Salzburg spielen könnten.“

Auch Obmann Werner Gunz freut sich schon auf die kommende Saison. „Wir werden in der Bundesliga eine gute Figur machen“, versprach der Vereinschef, der Adaptierungen in der am Freitag mit 7.500 Fans ausverkauften Schnabelholz-Arena ankündigte. „Wir wissen, dass unser Stadion im Moment nicht Bundesliga-tauglich ist.“

Der unterlegene Austria-Lustenau-Trainer Heinz Fuchsbichler gratulierte dem Aufsteiger. „Wer am Schluss die meisten Punkte hat, ist verdient vorne. Bei uns ist die Enttäuschung groß. Wir hatten uns für heute sehr viel vorgenommen. Entscheidend war wohl der frühe Ausschluss von Golemac. Aber wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen“, sagte der Coach, dessen Elf bei einem Sieg noch Chancen auf die Bundesliga gehabt hätte.

Auch der Tabellen-Zweite LASK steht trotz eines Sieges bei den Austria Amateuren mit leeren Händen da. „Es tut sehr weh, ich bin im Kopf leer“, sagte Betreuer Werner Gregoritsch, der sich mit den Klub-Verantwortlichen in der kommenden Woche über seine Zukunft unterhalten wird. Zumindest Ivica Vastic wird auch in der kommenden Saison bei den Linzern zu sehen sein. „Ich habe noch einen Vertrag für ein Jahr, den werde ich erfüllen“, meinte der 36-Jährige.

SCR Altach – SC Austria Lustenau: 1:0 (0:0)
Stadion Schnabelholz, 7.500 (ausverkauft), SR Stuchlik
Tor: 1:0 (75.) Unverdorben
Gelb-Rot: Golemac (19./Lustenau)

Weitere Ergebnisse (35. Runde):
SV Kapfenberg – FC Gratkorn: 1:2 (1:0)
FC Kufstein – FC Kärnten: 1:5 (0:2)
SC Schwanenstadt – DSV Leoben: 1:2 (1:1)
FK Austria Wien Amateure – LASK Linz: 0:1 (0:1)

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