Als Senn im großen Kino

Heli Burtscher ist Musiker. Für „Der Atem des Himmels“ wandelt er sich zum Senn.

Reinhold Bilgeri einen Seeräuber zu nennen, käme den wenigsten in den Sinn. Einem schon: Heli Burtscher. Der kennt den Musiker, Autor und Regisseur seit Kindertagen. Und darf das. Und die Geschichte mit dem Seeräuber spinnt sich dann irgendwie noch ein bisschen weiter. Burtscher selbst wird in den kommenden Tagen eine Augenklappe tragen. Aber nicht so wirklich à la Pirat. Eher à la verletzter Bergbauer aus dem Großwalsertal. Er spielt nämlich einen Senn in „Der Atem des Himmels“, der Verfilmung von Reinhold Bilgeris gleichnamigen Buch. Die Augenklappe indes gehört nicht eigentlich zur Rolle, sondern soll Burtschers rechtes Auge in der Tat verdecken. „Ich hatte letztes Jahr eine Netzhautablösung. Etliche Behandlungen folgten. Dann ist das Auge nichtsdestotrotz erblindet“, sagt er und wischt mit dem Handrücken die Luft, als wollte er die Vergangenheit wegscheuchen wie eine der läs­tigen Wespen, die um seinen Kaffee herumschwirren. Das geht aber – zum Glück – nicht. Denn sie hinterlässt Spuren. Ob nun am Auge, am restlichen Körper oder im Kopf. „Die 60er waren natürlich prägend für mich. Eine tolle Zeit – wir waren alle närrisch“, grinst er. Aber: „Heute im Schlamm herumzuspringen wie zu Woodstock-Zeiten, das wäre nicht mehr meins. Man wird älter. Die Prioritäten verschieben sich.“

Neues Album kommt

Den Rock n Roll hat er ja lange genug gelebt. Und trägt ihn noch immer mit sich herum. Als Mitglied der Bands „Clock­work“ und „Twist of Fate“ bekannt geworden, ist Musik auch heute noch Burtschers große Leidenschaft. Inzwischen einerseits als Bassist von „Bilgeri & Band“ und andererseits auf Solopfaden unterwegs, sei aber auch hier eher Ruhe eingekehrt – soundtechnisch. „Ich selbst mag am liebsten seelenlose Fahrstuhlmusik“, lacht er wieder laut auf. Wobei man ihm anmerkt, dass sein musikalisches Schaffen so seelenlos nicht sein kann. „Neufundland“ soll das neue Soloalbum heißen, das im Herbst herauskommt. „Neu gefundenes Land. Der Name gefällt mir“, sagt er. Vorher wird aber noch Kino gemacht. „Großes Kino“, nickt Burtscher.

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