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Als "Rhinzigünar" eine Legende

Was wäre der "Rhinzigünar"-Ball ohne jenen Mann, den sie "Rhinzigünar" nennen? Diese Frage stellten sich die Organisatoren des Traditionsballs, als er sich für einige Jahre einmal ausklinkte.

Er ist Josef Alge, 74, und Inbegriff einer der letzten Faschingsveranstaltungen in der Marktgemeinde, die noch den Geist eines klassischen Programmballs in der närrischen Zeit hochhält.

Unterhalter

Die Wiege seines Talents liegt dort, wo Josef Alge seinen Arbeitsplatz hatte. Als Metzgermeister hinter diversen Ladentischen. Wenn die Leute zu ihm kamen “ und mir gestanden, dass sie nichts kaufen wollten. Nur etwas reden und das Neueste erfahren.“

Josef Alge ist ein guter Erzähler. Einer, der dem Volk listig aufs Maul schauen kann und das verarbeitet. Seine Fähigkeit, ganze Gesellschaften zu unterhalten, stand am Beginn der Karriere zum Büttenredner. “ Von der Trachtengruppe fragten sie mich, ob ich nicht einmal auftreten wolle.“ Sepp wollte. Und er bestach. “ Ich war als Feuerwehrmann mit einem hundsalten Helm und einer Spritze verkleidet“ , weiß er noch ganz genau.

Sahnehäubchen

Dann, Mitte der 70 er Jahre, schlug die Geburtsstunde der “Rhinzigünar“ . Für Josef Alge der Startschuss zum Büttenredner und Texter für andere Interpreten, wie etwa den legendären “Karroziechar“ . Und trotz all der grandiosen Darsteller und schlagfertigen Narren – “ dar Rhinzigünar“ blieb immer irgendwie das Sahnehäubchen jeder Veranstaltung, seine närrischen Reime über die Hohen der Politik und der Gesellschaft etwas Besonderes.

“Dabei“, so glaubt Alge, “ sind die Lustenauer nicht leicht zu unterhalten.“ Und es machte auch für ihn immer einen Unterschied aus, “ ob schon vor dem Auftritt eine gute Stimmung ist oder ob du dir diese erst erarbeiten musst“ . Dankbar war er in stilleren Momenten immer jenen, “ die herzhafti Läch“ taten und andere mitrissen.

Immer aktuell

Das Werk seiner Büttenrede beginnt mit “ dem geistigen Gerippe im Kleinhirn“ irgendwann im Herbst. Anfang Dezember fängt Alge an, sich Notizen zu machen, ehe er schließlich die intensive Phase des Niederschreibens einläutet. “ Fertig bin ich immer erst kurz vor dem Ball. Weil ich auch aktuellste Begebenheiten miteinbeziehen möchte.“ Und so kam es schon vor, dass er noch zwischen den früher vier Rhinzigünarbällen Neues hinzufügte. Nie würde er vor seinen Auftritten andere Bälle besuchen, “ auch im Fernsehen schaue ich keine Faschingsveranstaltungen an. Weil ich möchte völlig unbeeinflusst bleiben.“

Korrektiv Gattin

Alges einziges Korrektiv in der Zusammenstellung seiner Büttenrede ist Frau Dagmar. “ Sie hat ein GÑspür dafür, wenn etwas vielleicht zu hart ist“ , streut er seiner Gattin Rosen. Und die will vor allem eines nicht: “ Dass irgendetwas Ausländerfeindliches vorkommt.“ Beleidigen kann Alge gelegentlich nur Politiker. Und zwar dann, “ wenn sie in der Büttenrede gar nicht vorkommen.“

ZUR PERSON

Josef Alge

  • Büttenredner
  • Geboren: 22. 8. 1932
  • Wohnhaft: Lustenau
  • Familie: Verheiratet, zwei Kinder
  • Erlernter Beruf: Metzgermeister
  • Hobbys: Gedichte schreiben, spazieren
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