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Albertina: Prunkräume bekommen den Prunk zurück

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Nach den Fassaden wurden nun auch die habsburgischen Wohnräume in der Albertina renoviert - 69 Möbel kommen nach 80 Jahren wieder an ihren Originalplatz.

“Albertina” – ein Name, der seit 1870 die Grafiksammlung von Herzog Albert von Sachsen-Teschen bezeichnet, sowie ihren Aufbewahrungsort, das erzherzögliche Palais auf der Augustinerbastei. Im Laufe der Geschichte wurde entweder dem Palais oder der Sammlung ein höherer Stellenwert eingeräumt und die Räumlichkeiten schließlich über die vergangenen 80 Jahre dem teils mutwilligen Verfall preisgegeben.

Seit nunmehr acht Jahren und um bisher etwa zehn Millionen Euro wird das Gebäude von außen wie von innen renoviert, “beseelt von historischem Furor”, wie Direktor Klaus Albrecht Schröder bei einer Presseführung durch die neu möblierten Prunkräume, heute, Donnerstag, versicherte.

Wie Prunkräume sahen die mehr als 1.000 Quadratmeter im Obergeschoß bis vor kurzem jedenfalls nicht aus. 1919, nachdem das Palais durch die Republik enteignet wurde, durfte Erzherzog Friedrich alle beweglichen Güter, wie Möbel, Luster, Teppiche oder Statuen ins Exil nach Ungarn mitnehmen. Einen großen Teil ließ er im Auktionshaus Kende in Wien versteigern.

Zurück blieben das Gebäude, die Sammlung und einzelne Glühbirnen in den einst prächtig ausgestatteten Räumen. “Die wahren Schäden entstanden aber erst in den 50er Jahren”, erzählte Schröder. Ornamente wurden übermalt, Dekor abgeschlagen, Bespannungen abgenommen, Böden geschliffen, das Palais seiner Merkmale habsburgischer Macht beraubt. Seitdem wurden die Räume für Verwaltungszwecke im Dienste des Museums verwendet.

80 Jahre lang war das Mobiliar zerstreut auf der Reise, in den vergangenen acht Jahren wurde Stück um Stück gefunden und zurückgekauft. Entwurfszeichnungen der Möbelfabrik Joseph Danhausers, den Erzherzog Carl 1822 mit der Ausstattung beauftragte, ein bebildertes Inventar aus Budapest sowie Auktionskataloge aus 1933 waren die Leitlinien, anhand derer die Möbel ausfindig gemacht wurden. Vom Kunstmarkt, von wohlmeinenden Sammlern, aus der Möbelsammlung des MAK und aus den Beständen des ehemaligen Hofimmobiliendepots konnten bisher 69 Stück rückgeholt werden. Anderes wurde mit Gegenständen aus der gleichen Entstehungszeit ersetzt – und die Suche geht weiter.

Doch schon jetzt erstrahlt der neue Prunk in den alten Prunksälen. Farbenprächtige Bespannungen, wertvolle Mahagoni-Sitzgarnituren, die beispielhaft sind für die Geschichte des Wiener Möbel, Standleuchter oder verspiegelte Kommoden lassen erahnen, wie die Räume unter den Erzherzögen einst ausgesehen haben. Das hat natürlich seinen Preis. Etwa sechs Millionen Euro habe die Innenrestaurierung bisher gekostet, so Schröder. “Da ist aber nicht ein einziger staatlicher Steuerschilling hineingeflossen.” Private Stifter, wie der kürzlich verstorbene Julius Meinl IV, der die Wiedereinrichtung von Carls Sterbezimmer bezahlte, sowie die Museumsbesucher finanzieren den neuen Glanz. Acht Jahre lang zweigte Schröder 700.000 Euro pro Jahr von den Einnahmen ab, “um dem Haus seine Geschichte wiederzugeben” und diese auch den Besuchern zugänglich zu machen.

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