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AKW-Zwischenfall ernster als angenommen

Der Zwischenfall im ungarischen AKW Paks ist ernster als angenommen. Die Einstufung wurde auf 3 erhöht. Gas tritt weiter durch ein Leck in der Ummantelung der Brennstäbe aus.

Der Zwischenfall in der Vorwoche im ungarischen Atomkraftwerk Paks ist offenbar ernster als angenommen. Die Einstufung des Vorfalls ist von der ursprünglichen Stufe 2 auf 3 erhöht worden, gab das AKW laut Meldung der ungarischen Nachrichtenagentur MTI vom Donnerstag bekannt. Die Ummantelung der während der laufenden Wartungsarbeiten in einem Reinigungssystem zwischengelagerten Brennstäbe, aus denen nach wie vor radioaktives Gas austritt, sei in größerem Ausmaß beschädigt.

Gleichzeitig betonte die Leitung des AKW, dass das Ausmaß des Gasaustritts in den vergangenen Tagen abgenommen habe. Es trete zwar weiterhin durch die Kamine des AKW aus, doch habe sich zuletzt die radioaktive Strahlung in der Umgebung nicht erhöht. Auch das ungarische Wirtschaftsministerium, die Ungarische Atomenergiebehörde und der Katastrophenschutz betonten laut MTI am Donnerstag, dass die Messergebnisse in der Umgebung keine weiteren Zivilschutzmaßnahmen notwendig machten. Die Bevölkerung sei in Sicherheit.

Das Atomkraftwerk Paks liegt 200 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt in Zentralungarn an der Donau. Dies ist offenbar der schwerstwiegende Zwischenfall im Kraftwerk seit dessen Inbetriebnahme im Jahr 1976. Vier Reaktoren der ursprünglich sowjetischen Bauart WWER-440-213 produzieren mehr als 40 Prozent der elektrischen Energie Ungarns. Paks ist das erste osteuropäische AKW, das eine umfassende Sicherheitsüberprüfung nach den Empfehlungen der IAEO durchgeführt hat.

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