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AK: 12-Stunden-Tag bringt Druck auf Gleitzeit-Vereinbarungen

AK-Wien-Direktor Christoph Klein
AK-Wien-Direktor Christoph Klein ©APA
Das Gesetz zur Anhebung der Arbeitszeit auf maximal 12 Stunden täglich bringt laut der Arbeiterkammer nun Druck auf Gleitzeit-Vereinbarungen.

Seit Jahresbeginn gebe es vermehrt Anfragen von Betriebsräten, weil Arbeitgeber Gleitzeitbetriebsvereinbarungen ändern wollten, damit die elfte und zwölfte Stunde ohne Zuschläge gearbeitet werden könne, sagt AK-Wien-Direktor Christoph Klein zur APA.

Vereinbarungen umschreiben

Derzeit stünde in praktisch allen Gleitzeitvereinbarungen die Zehn-Stunden-Grenze. Die Firmenleitungen wollten aber offenbar zunehmend die durch das Gesetz eröffneten Möglichkeiten nutzen, um die elfte und zwölfte Stunde ohne Zuschläge zu bekommen. Dazu müssten die zwölf Stunden in die Betriebsvereinbarung geschrieben werden.

Da durch das umstrittene seit Herbst geltende Gesetz die erlaubten Arbeitszeitgrenzen vom Gesetzgeber angehoben wurden, gebe es nun natürlich weniger Übertretungen. Das Arbeitsinspektorat und auch die AK stellten weniger Gesetzesverstöße fest. Klein vergleicht die Lage mit der Anhebung der Höchstgeschwindigkeit, wo dann in Folge weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen werden. Die “Krone” hatte am Freitag berichtet, dass laut Sozialministerium von September bis Dezember drei Beschwerden zum Thema “Freiwilligkeit von Überstundenleistungen” im Ministerium eingetroffen seien.

Warten auf die Statistik

In einem laufenden Arbeitsverhältnis werde sich kaum jemand gegen einen ungeliebten 12-Stunden-Tag beschweren, gibt Klein zu bedenken. Die AK rechne damit, dass die Statistik zeigen werde, wieweit sich die Arbeitszeit tatsächlich ausgeweitet habe. Österreich habe schon jetzt die dritt längsten Arbeitszeiten in der EU, gemessen an den tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten bei Vollzeitbeschäftigten. “Wenn ich mehr Überstunden erlaube, wird das genutzt werden von den Unternehmen, und wir werden noch weiter auf dem Stockerl nach oben rücken”, so der AK-Wien-Direktor.

Die AK habe nie gesagt, dass mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. September 2018 die Hölle ausbrechen werde. Die meisten Arbeitgeber wollten zufriedene Mitarbeiter und wollten die auch nicht ausbeuten, aber “wir leben in einer Wettbewerbsgesellschaft”: Die nun eingeräumten Spielräume würden zunehmend genutzt werden. Aus Sicht der AK ist die Verlängerung der Arbeitszeit jedenfalls der falsche Weg: “Man sollte eher darauf schauen, kürzer zu arbeiten.”

(APA)

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