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Airbus stellt Großraumjet A380 vor

Der europäische Flugzeugbauer Airbus stellt am Dienstag in Toulouse das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten vor. Der Airbus A380 hat 555 Sitze in der Standardversion und bis zu 853 Sitze in der Charterklasse. 

Mehr als 5000 Gäste werden zu der Vorstellung erwartet.

Die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien vertreten die vier Länder, die dem A380 mit 3,2 Milliarden Euro Kredit Starthilfe gegeben hatten.

Der A380 soll im März zu seinem Jungfernflug starten und ab 2006 an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Bereits jetzt wurden 149 Maschinen verkauft. Der A380 kostet 281 Millionen Euro und soll Airbus die Führung auf dem Weltmarkt für Verkehrsflugzeuge sichern.

Airline-Chefs sehen Beginn einer neuen Ära

Chefs internationaler Fluggesellschaften haben die heutige Vorstellung des größten Passagierflugzeuges der Welt, Airbus A380, als Beginn einer neuen Ära begrüßt. Airbus rechnet bis Ostern mit einem Großauftrag für seinen neuen Superjumbo aus China und strebt den Jungfernflug der Maschine für Anfang April an.

Der Vorstandsvorsitzende von Singapore Airlines, Chew Choon Seng, sprach am Rande der „Taufe“ des ersten A380 am Dienstag in Toulouse von einem „historischen Ereignis“. Singapore Airlines soll 2006 als erste Fluggesellschaft der Welt den Linienbetrieb mit dem A380 aufnehmen, der in der Standardversion bis zu 555 Fluggäste und bei maximaler Belegung bis zu 800 Menschen befördern kann.

„Der A380 wird ein Riesenerfolg“, zeigte sich der ebenfalls zu den ersten Kunden des neuen Jets zählende Chef des Billigfliegers Virgin, Richard Branson, sicher. Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta bezeichnete das Großflugzeug als Beweis für eine „außerordentliche technologische Zusammenarbeit in Europa“. Air France will ihre A380 ab 2007 zunächst auf den Strecken Paris-New York und Paris-Montreal einsetzen. Mayrhuber verwies die geplanten Lufthansa-Verbindungen nach Asien und Nordamerika mit den neuen Maschinen.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber rechnet mit weiteren Bestellungen für den A380. Bisher hat Europas drittgrößte Fluggesellschaft 15 Maschinen des A380 bestellt. Diese sollen ab 2007 ausgeliefert werden. Mayrhuber hatte kürzlich bereits weitere Bestellungen nicht ausgeschlossen. Der erste Flug von Lufthansa mit der A380 ist im vierten Quartal 2007 geplant.

Wegen ihrer großen Kapazitäten und der großen Reichweite von mehr als 10.000 Kilometern werde die ab 2008 erwartete A380-Frachtversion „weit reichende Auswirkungen auf den Welthandel“ haben, sagte der Chef des US-Paketdienstes Federal Express (FedEx), Frederick Smith. Unternehmen würden durch die neuen Maschinen leichteren Zugang zu den weltweiten Märkten erhalten. Die künftigen A380 von FedEx sollen seinen Angaben zufolge zunächst zwischen den USA und Asien verkehren, später sollen auch die europäischen FedEx-Knotenpunkte angebunden werden.

„Ich bin sehr zuversichtlich hinsichtlich einer chinesischen Bestellung bis Ostern“, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard am Dienstag bei der Vorstellung des Flugzeugs. Den Namen der betreffenden Fluggesellschaft nannte er nicht. Ostern liegt in diesem Jahr Ende März. Forgeard, der künftig mit an der Spitze des Airbus-Mutterkonzerns EADS stehen wird, ergänzte, der Erstflug der A380 werde Anfang April stattfinden. Das genaue Datum ließ er offen.

Airbus hat bereits Zusagen für A380-Aufträge im Volumen von knapp 40 Mrd. Dollar (rund 31 Mrd. Euro). Die Käufer hoffen dabei auf geringere Unterhalts- sowie Betriebskosten und damit größere Gewinne. Denn nach wie vor spürt die Branche die Folgen der durch die Anschläge vom 11. September 2001 ausgelösten Luftfahrtkrise.

Mit dem A380 will Airbus auch seinen Vorsprung gegenüber dem US-Erzrivalen Boeing ausbauen, den er 2003 erstmals bei den Auslieferungen überholen konnte. Die Amerikaner hatten mit ihrer 416-sitzigen Jumbojet 747-400 vier Jahrzehnte lang im Segment der großen Langstrecken-Jets den Ton angegeben.

Doch ganz ohne Probleme gestalteten sich die vergangenen Wochen für Airbus und den Mutterkonzern EADS nicht. Denn die A380 kämpfte bis zuletzt mit einem zu hohen Gewicht, weshalb der Flugzeugbauer die Entwicklungsanstrengungen erhöhen und damit das Budget um bis zu 1,45 Mrd. Euro überziehen musste. Zudem trübte ein Kampf um die künftige Besetzung der traditionell aus einem Deutschen und einem Franzosen formierte EADS-Doppelspitze die anstehende A380-Vorstellung.

Der Airbus A380 wurde heute erstmals feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Zeremonie im Airbus-Werk Toulouse-Blagnac hatten die Hersteller insgesamt rund 5.000 Gäste aus aller Welt geladen, darunter den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Frankreichs Präsident Jacques Chirac sowie die Regierungschefs von Großbritannien und Spanien, Tony Blair und Jose Luis Rodriguez Zapatero. Österreichische Firmen sind am neuen Airbus – auch dank der Gegengeschäfte für den Eurofighter-Deal – mit einem Auftragsvolumen in Höhe von rund 1 Mrd. Euro im ersten Produktionszyklus beteiligt.

Der A380 – Das größte Passagierflugzeug der Welt
Der europäische Flugzeugbauer Airbus stellt am Dienstag in Toulouse das größte Passagierflugzeug der Welt vor, den A380. Im folgenden einige Daten zum A380:

– Der A380 hat eine Spannweite von 79,8 Metern, ist 73 Meter lang und 24 Meter hoch. Damit ist die Maschine 15 Meter breiter, zwei Meter länger und vier Meter höher als das bislang weltgrößte Passagierflugzeug, der Jumbo 747 des US-Konkurrenten Boeing. Zudem ist sie 118 Tonnen schwerer.

– Im Unterschied zur Boeing 747 erstreckt sich das obere der beiden Passagierdecks über die gesamte Länge des Flugzeugs.

– Auf den Tragflächen des Flugzeugs könnten 70 Autos parken.

– Bei dem dreiklassigen Standardmodell haben insgesamt 555 Passagiere in der Ersten, Business und Economy Class Platz. In eine vergleichbare 747 passen 416 Passagiere. Die Anzahl der Sitze kann bei reiner Economy-Class-Bestuhlung bei dem A380 auf 853, bei der Boeing 747 auf 568 ausgeweitet werden.

– Auf Wunsch der Fluggesellschaften kann der A380 im Unterdeck mit Cocktail-Bars, Billardräumen, Duschen und einer Bibliothek ausgestattet werden.

– Mit einer Spannweite von knapp 80 Metern ist der A380 für die meisten Flughäfen zu groß. Weltweit bereiten sich mit Millionenkosten 60 Flughäfen auf den A380 vor. Darunter London Heathrow, der John F. Kennedy Flughafen in New York, die Flughäfen in Los Angeles, Tokio, Seoul, Hongkong, Bangkok und Singapur. In Deutschland sollen nur zwei Flughäfen von der A380 angeflogen werden: Frankfurt und München. Ob der neue Airbus auch in Österreich landen wird, ist aus heutiger Sicht noch offen.

– Der A380 verfügt über 16 Türen und Notrutschen. Die Rutschen des oberen Decks befinden sich in acht Meter Höhe.

– Bisher haben sich etwa 14 Kunden für insgesamt 149 A380 entschieden. Die in Dubai ansässige Fluglinie Emirates ist mit 45 Bestellungen der größte Kunde. Die Deutsche Lufthansa hat 15 der Super-Jumbos geordert.

– Die Kunden erwarten mindestens 15 Prozent Kostenvorteile pro Sitz gegenüber der 747.

– Der Listenpreis des A380 beträgt rund 260 Mio. Dollar (199 Mio. Euro). Die Boeing 747 kostet 210 Mio. Dollar. In der Regel gewähren aber beide Flugzeugbauer Rabatte.

– Singapore Airlines plant den ersten kommerziellen Flug des A380. Die Fluggesellschaft soll die Maschine im ersten Quartal 2006 erhalten.

– Hauptrouten für den A380 mit einer Reichweite von 15.000 Kilometer werden Langstrecken zwischen Asien, dem Nahen Osten, Europa und den USA sein. Auch Australien-Flüge gelten als wichtiger Markt.

– Von der Größe her ist der A380 fast das größte jemals gebaute Flugzeug. Das fliegende Boot „Spruce Goose“ von Howard Hughes sollte 750 Soldaten aufnehmen, ist aber nur ein einziges Mal 1947 geflogen. Hughes’ Flugzeug hatte zwar eine weitere Spannbreite für seine acht Triebwerke, war aber kürzer als der A380.

– Größer als der A380 ist lediglich das sechs-strahlige Transportflugzeug Antonov An-225 Mriya, von dem jedoch nur zwei gebaut wurden. Die An-225 ist elf Meter länger und acht Meter breiter als der A380, aber nicht so hoch.

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