Ägypten: Mubarak inoffiziell klarer Sieger

Amtsinhaber Hosni Mubarak hat nach einem inoffiziellen Ergebnis die Präsidentenwahl in Ägypten wie erwartet klar gewonnen. Demnach entfielen auf den seit 1981 amtierenden Staatschef 78 bis 80 Prozent der Stimmen.

Dies teilte ein Mitglied der Wahlkommission am Donnerstag mit. Das offizielle Ergebnis wird für den Freitag erwartet. Der Oppositionskandidat Aiman Nur von der Al-Ghad-Partei warf der Regierung Wahlbetrug vor und forderte eine Wiederholung der Abstimmung vom Mittwoch.

Auf Nur entfielen dem inoffiziellen Ergebnis zufolge zwölf Prozent der Stimmen, dritter wurde Noaman Gomaa von der ältesten politischen Organisation Ägyptens, Wafd, mit fünf bis sieben Prozent. Es war die erste Präsidentenwahl in Ägypten mit mehreren Bewerbern. Zur Wahlbeteiligung lagen bis Donnerstag noch keine konkreten Zahlen vor. Informationsminister Anas el Fiki, der sich kurz nach Schließung der Wahllokale am Mittwochabend äußerte, sagte nur, die Wahlbeteiligung sei so hoch gewesen wie noch nie.

Für die Abstimmung ließen sich 32,5 Millionen der 72 Millionen Einwohner registrieren. Nach Einschätzung der Behörden gingen von ihnen rund 30 Prozent zur Wahl. Das sei auch das angestrebte Ziel gewesen. Unabhängige Beobachter erwarteten eine niedrige Beteiligung. Ein Grund dafür dürfte die fehlende demokratische Tradition in Ägypten sein.

Die Regierung hatte zwar eine faire Abstimmung versprochen, Vertreter von Oppositionsparteien, Menschenrechtsgruppen und ägyptische Bürger berichteten der Nachrichtenagentur AP aber über Druck und Einschüchterungen von Seiten der Wahlhelfer. Diese hätten in Luxor und anderen Orten Wähler angewiesen, den 77-jährigen Mubarak zu wählen. In Kairo und Alexandria hätten Mitglieder der regierenden Nationaldemokratischen Partei Wählern Lebensmittel geboten, wenn sie Mubarak wählen.

Die Regierung spielte die Bedeutung dieser Berichte herunter. Sie änderten nichts daran, dass die Wahl, die erste mit mehreren Kandidaten, ein großer Schritt in Richtung Demokratie gewesen sei. Die Wahl sei eine Erfahrung gewesen, „auf der wir aufbauen können, für eine Zukunft mit mehr Freiheit und mehr Demokratie in der ägyptischen Gesellschaft“, sagte el Fiki.

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