Afrika: Tausende warten auf Hilfe

Nach extremen Regenfällen in West-, Ost- und Zentralafrika sind Hunderttausende Kinder von Krankheiten und Nahrungsmittelknappheit bedroht.

Viele Dörfer in abgelegenen ländlichen Regionen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in Uganda sind nach Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef 300.000 Menschen von der Naturkatastrophe betroffen, fast die Hälfte davon Kinder. Tausende Häuser stehen unter Wasser. Insgesamt leiden in 17 Ländern entlang der Sahara über eine Million Menschen unter den Fluten.

Das Schmutzwasser hat vielerorts alle Brunnen verseucht und ist Brutherd für lebensgefährlichen Durchfall, Cholera und andere Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung. Unicef befürchtet, dass in den Überschwemmungsgebieten insbesondere für Kinder die Gefahr von Malaria stark zunimmt. Den Gesundheitsstationen fehlen ausreichend Medikamente, um die Bevölkerung zu versorgen. Hunderte Schulen wurden durch die Wassermassen beschädigt oder in Notunterkünfte umgewandelt.

Die betroffenen Länder entlang der Sahara von Äthiopien im Osten bis Ghana im Westen zählen zu den ärmsten der Welt mit einem hohen Anteil an chronisch mangelernährten Kindern, die Krankheiten wenig entgegenzusetzen haben. Weil Transportwege abgeschnitten sind, ist dort auch die Versorgung von HIV-Infizierten mit Medikamenten nicht mehr gesichert, da der Nachschub an antiretroviralen Medikamenten unterbrochen wurde.

Viele Familien haben ihre gesamte Ernte verloren, so dass in den kommenden Wochen und Monaten Nahrungsmittel knapp sein werden. Die nächste Ernte ist erst im Februar.

Unicef unterstützt die Organisation von Hilfsmaßnahmen für die Flutopfer und stellt Hilfsgüter aus lokalen Lagern zur Verfügung. In Uganda stellte Unicef beispielsweise bereits Materialien zur Wasseraufbereitung, Kanister, Filter und Seife für 15.000 Familien bereit. Gemeinsam mit den lokalen Behörden versucht Unicef, die sanitären und hygienischen Bedingungen zu verbessern. In Norduganda wurden auch tausende imprägnierte Moskitonetze zum Schutz vor Malaria verteilt sowie Treibstoff bereitgestellt, um Kühlaggregate für Impfstoffe in Betrieb zu halten.

In Ghana versorgt die Caritas rund 40.000 Menschen mit Essen wie Bohnen, Mais, Speiseöl. 4.000 Kinder, die in Schulen untergebracht sind, erhalten zudem Schlafmatten. Für diese erste Nothilfe hat die Caritas Österreich zunächst 20.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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