Afrika-Meister Nigeria will gegen Iran Ambitionen zeigen

Nigeria peilt das WM-Viertelfinale an.
Nigeria peilt das WM-Viertelfinale an. ©AP
Mit Nigeria steigt am Montag der regierende Afrika-Meister in die Fußball-WM ein. Auf die "Super Eagles" wartet zum Auftakt am Montag (21.00 Uhr MESZ) in Curitiba die Partie gegen den Iran. Die ambitionierten Westafrikaner gehen als Favorit in die zweite Partie der Gruppe F mit Argentinien und Bosnien. Die Vorbereitung der Iraner verlief nämlich nicht gänzlich pannenfrei.
Iran - Nigeria live ab 21.00 Uhr

Curitiba. Wirtschaftliche Engpässe im Land, daraus resultierend finanzielle Sorgen im Verband, das Rätselraten um die Zukunft von Teamchef Carlos Queiroz und eine komödiantisch anmutende Debatte um schrumpfende Trikots sorgten bei den Fans des vierfachen WM-Teilnehmers im Vorfeld für Stirnrunzeln. Die Iraner gefallen sich nun aber in der Rolle des Außenseiters, dem keiner etwas zutraut.

“Es wird so geredet, als gebe es in unserer Gruppe nur drei Mannschaften, aber das ist nicht einmal so schlecht”, sagte der Portugiese Queiroz über die wie er meint “Fehleinschätzung” der Beobachter. Anführen soll das “Team Melli” (Nationalteam) der routinierte Javad Nekounam. Der 138-fache Internationale ist Kapitän, Spielgestalter und Spezialist für ruhende Bälle in Personalunion. Mittlerweile spielt der 33-jährige ehemalige Osasuna-Legionär in Kuwait.

Neben Nekounam sollen die Legionäre Masoud Shojaei (Las Palmas), Reza Ghoochannejhad (Charlton) und Ashkan Dejagah (Fulham) das Spiel der Asiaten tragen. Erwartet wird dennoch eine eher defensive Herangehensweise. “Wir treten nicht an und erwarten, dass wir das Turnier gewinnen, aber wir denken, dass wir einige Überraschungen schaffen können”, meinte der Deutsch-Iraner Dejagah, der früher für Hertha BSC und Wolfsburg spielte.

Nigeria vertraut auf Taktgeber John Obi Mikel. Der Chelsea-Mittelfeldmann soll die Offensivreihe mit Liverpools Victor Moses, Fenerbahce-Profi Emmanuel Emenike und dem schnellen Ahmed Musa (ZSKA Moskau) mit Bällen versorgen. In fünf der jüngsten sechs Endrunden am Start, soll für die Superadler in Brasilien heuer mehr als die Achtelfinali 1994 und 1998 herausschauen.

“Die Leute erwarten, dass wir als afrikanischer Champion gut spielen, den Kontinent repräsentieren. Das schafft ein wenig mehr Druck, aber das sollte uns anspornen”, erklärte Mikel. Vorerst soll der erste WM-Dreier seit 16 Jahren gelingen. In den jüngsten sechs Partien 2002 und 2010 schauten für die Nigerianer nur zwei Unentschieden heraus. Der Status als Nummer 1 Afrikas ging verloren.

Stephen Keshi will diesen Ruf nun wiederherstellen. Der 52-jährige Ex-Teamkapitän mit Spitznamen “Big Boss” hat an der Linie das Kommando. Er verlangt von seiner Elf vor allem konzentriertes Auftreten. “Nigeria hat schon eine Weile kein WM-Spiel mehr gewonnen. Warum ist das so? Ich glaube, wir hatten immer großartige Spieler, aber was gefehlt hat, ist taktische Disziplin und Konzentration”, betonte Keshi.

(APA)

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