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Afghanistan: Registrierte Wähler erschossen

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Afghanistan haben mutmaßliche Taliban-Rebellen sieben Menschen erschossen, die sich für die Wahl hatten registrieren lassen. Das teilte der Gouverneur der Provinz Uruzgan mit.

Die Opfer gerieten mit ihrem Wagen in einen Hinterhalt. Die Leichen der Männer seien am Dienstag gefunden worden. Vor der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr habe es ähnliche Angriffe der Taliban gegeben.

Die bewaffneten Rebellen hätten das Fahrzeug angehalten und die sieben Personen zum Aussteigen aufgefordert, so Khan. Beim Durchsuchen des Wageninneren hätten sie schließlich eine Fahrerlaubnis für den Wahltag entdeckt und daraufhin alle Insassen getötet.

Die Taliban haben ihre Landsleute, die vom Stimmrecht Gebrauch machen sollten, mit dem Tod bedroht. Die Teilnahme an der Wahl sei „gleichbedeutend mit der Versklavung durch die USA“. Das fundamentalistische Taliban-Regime war Ende 2001 durch eine US-geführte Militärintervention entmachtet worden. In den vergangenen sechs Monaten wurden mehr als 1.200 Menschen bei Kämpfen und Angriffen getötet, darunter auch sechs Parlamentskandidaten und vier Wahlhelfer. In der Provinz Nangahar wurden am Dienstag nach Angaben der Behörden fünf mutmaßliche militante Kämpfer festgenommen, drei sollen aus Pakistan stammen.

Es gibt jedoch auch ehemalige Talibanführer, die sich als Kandidaten zur Wahl stellen. So bewerben sich zwei Ex-Minister und ein ehemaliger General der Taliban-Dikatur um Abgeordnetensitze. Die Regierung von Präsident Hamid Karzai erklärte, die Beteiligung ehemaliger Taliban am politischen Prozess diene der „nationalen Versöhnung“. „Diejenigen, die nichts mehr mit dem Terrorismus zu tun haben, sind willkommen, den Friedensprozess zu unterstützen und an der Wahl teilzunehmen“, so Karzais Sprecher Karim Rahimi.

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