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Afghanistan: Parade zum 12. Jahrestag

Mit einer Militärparade in Kabul ist am Dienstag in Afghanistan der 12. Jahrestag des Zusammenbruchs des kommunistischen Regimes begangen worden.

Präsident Hamid Karzai und sein Stellvertreter, Verteidigungsminister General Mohammed Fahim, standen auf alten sowjetischen Militärjeeps, die frisch in den Farben weiß und gelb der neuen Streitkräfte gestrichen worden waren, und nahmen die Parade ab.

Auf den Straßen hingen neben den afghanischen Flaggen auch Bilder von Karzai und dem ermordeten Führer der Nordallianz, Ahmed Shah Massud. Unter den Gästen war US-Botschafter Zalmay Khalilzad. Die USA unterstützten massiv die gegen die sowjetischen Truppen kämpfenden Mujaheddin, darunter auch den jungen Osama Bin Laden aus Saudiarabien und den Islamistenführer Gulbuddin Hekmatyar, der später Regierungschef wurde.

1978 hatten mit der „April-Revolution“ (Saur-Revolution) linksgerichtete Offiziere das Regime von Mohammed Daoud gestürzt, der 1973 seinen Schwager, König Mohammed Zahir, abgesetzt und die Monarchie abgeschafft hatte.

Ende 1979 marschierten sowjetische Truppen ein und brachten den Marxisten Babrak Karmal an die Macht, der 1986 durch den Chef der Geheimpolizei, Mohammed Najibullah, abgelöst wurde. 1988 wurde auf Initiative von Michail Gorbatschow mit dem Abzug der sowjetischen Truppen begonnen, der ein Jahr später beendet wurde. Die Sowjetunion verlor in dem Konflikt insgesamt 15.000 Mann.

1992 trat Najibullah nach einem UNO-Friedensplan zurück, zwischen den verschiedenen Mujaheddin-Fraktionen herrschte jedoch Uneinigkeit. Der Tadschike Burhanuddin Rabbani, Chef der „Jamiat-i-Islami“, wurde Präsident. Der Führer der radikaleren „Hezb-i-Islami“, Gulbuddin Hekmatyar, der für den Posten des Premiers vorgesehen war, wurde zunächst von Rabbanis Militärchef, dem Tadschikenführer und Widerstandshelden Ahmed Shah Massud, am Einzug nach Kabul gehindert.

1996 schlossen Hekmatyar und Rabbani schließlich Frieden. Die vom pakistanischen Geheimdienst gesteuerten fundamentalistischen Taliban marschierten im September 1996 in Kabul ein, riefen einen Gottesstaat („Islamisches Emirat“) aus und errichteten ein Schreckensregime. Najibullah, der sich seit 1992 in der UNO-Vertretung in Kabul aufgehalten hatte, wurde kastriert und bestialisch umgebracht, sein Leichnam öffentlich zur Schau gestellt.

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