Afghanistan droht unkontrollierbare Epidemie

In der afghanischen Hauptstadt Kabul droht eine Epidemie der Hautkrankheit Orientbeule außer Kontrolle zu geraten. Die WHO startete ein Notfallprogramm.

Kabul ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das weltweit größte Zentrum der Infektionskrankheit Hautleishmaniose. Mehr als 67.000 Menschen litten dort unter der im Volksmund Orientbeule genannten Krankheit. Insgesamt seien in Afghanistan 200.000 Menschen betroffen.

Um eine Eskalation der Epidemie zu verhindern, hatte die WHO am Mittwoch ein Notfallprogramm gestartet. Außer der Gabe von Medikamenten wird die UN-Organisation dazu vor der Hauptübertragungszeit von September bis Oktober Moskitonetze verteilen, die mit Insektengift behandelt wurden. Die Netze sollen Sandmücken fern halten, die mit ihrem Stich die einzelligen Leishmanien auf Menschen und Tiere übertragen.

Je nach Art löst der Erreger beim Menschen außer der Hautleishmaniose auch Organ- oder Schleimhautleishmaniose aus. Weltweit sind nach WHO-Angaben 12 Millionen Menschen mit den Einzellern infiziert. Jährlich kommen 1,5 bis 2 Millionen Fälle hinzu.

Hautleishmaniose verursacht vorrangig an Armen, Beinen und im Gesicht Geschwüre. Diese behindern die Betroffenen und hinterlassen großflächige Narben. Für das aktuelle WHO-Programm spendete die belgische Regierung 200.000 Euro. Im Fall eines Erfolges will die WHO das Programm auf andere Gebiete Afghanistans ausweiten.

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